wir über uns

RÜCKBLICK AUF 35 JAHRE ERFOLGREICHER  ARBEIT

Das Deutsche Kontakt- und Informationszentrum (DKIZ) ist eine Selbsthilfeorganisation für deutschsprachige Menschen in Griechenland. Gegründet wurde es 1973 von einer Gruppe deutschsprachiger Frauen als Anlaufsstelle für die damals stetig anwachsende Zahl der sogenannten „Heiratsmigrantinnen“, um Hilfestellung beim Einleben in das Heimatland des Ehemannes oder Partners zu bieten. Aufbereitetes, verlässliches Informationsmaterial und Anlaufstellen in Griechenland – für entsandte Kräfte der Wirtschaft und anderer deutscher Institutionen selbstverständlich –  existierten für diese Frauen nicht. Diese Lücke sollte das DKIZ schließen.

Unsere Aufgabe war es, Integrationshilfe zu leisten, durch Information und Beratung Schwierigkeiten überwinden zu helfen, die die Übersiedlung in ein anderes Land mit sich bringt. Der Personenkreis, der die Dienste des DKIZ in Anspruch nahm, erweiterte sich im Laufe der Zeit: Es waren zunehmend auch Männer und griechische Rückwanderer/Innen sowie Binationale der 2. und 3. Generation, die Beratung und Integrationshilfe benötigten.

Von 1974 bis Anfang 2006 sind mehr als 16.500 Einzelberatungen durchgeführt worden; in mehr als 5.000 Fällen vermittelte das DKIZ einen Arbeitsplatz. 53 Berufsvorstellungsveranstaltungen und 3 Frauenmessen gaben vielen Frauen eine berufliche Perspektive. Aber auch zahlreiche Pilotprojekte, Fundraising-Veranstaltungen und andere Initiativen sind durch das DKIZ unterstützt und aktiv mitgestaltet worden (z.B. Beteiligung bei der Gründung der jetzigen „Athener Schule“, vormals „Galatsi-Schule“, tatkräftige Mitarbeit bei der Durchsetzung und Entstehung eines deutschsprachigen Altersheims, dem jetzigen “Haus Koroneos“, von 1974 bis 2001 Mitorganisation des jährlichen Weihnachtsbazars in der Deutschen Schule Athen, von 1978 bis 1986 Basis-Schulung deutschsprachiger Frauen für den privaten Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“, ein Projekt, aus dem sich die Pädagogische Verbindungsstelle des Goethe-Instituts Athen entwickelt hat).

Kompetente Rentenberatung, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Problematik bei grenzüberschreitenden Versicherungsver-hältnissen, war immer wieder ein wichtiges Thema. Von 1985 bis 1987 und von 1992 bis 2000 organisierte das DKIZ gemeinsam mit der Landesversicherungsanstalt Württemberg regelmäßig Rentenberatungstage in Athen mit individuellen Beratungen. Nachdem dieser Service vom deutschen Versicherungsträger 2001 ersatzlos gestrichen wurde, gelang es uns, durch Eigeninitiative diese Lücke zu schließen. Eine Rechtsanwältin mit jahrelanger Erfahrung im deutschen, griechischen und grenzüber-schreitenden Rentenrecht setzte bis 2006 diesen Beratungsservice  ehrenamtlich fort.

1995 wurde der Gründerin und Vorsitzenden des Vereins, Vera Dimopoulos-Vosikis, für die Arbeit des DKIZ und die gezielte Förderung der deutsch-griechischen Beziehungen der Kulturpreis der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften verliehen; 1999 folgte das Bundesverdienstkreuz.

Der Aktionsradius des DKIZ erstreckte sich in dieser Zeit auf ganz Griechenland; Das Zentrum verfügte über ein Netzwerk von mehr als 100 Kontaktadressen im Lande und in zahlreichen anderen europäischen Orten. Wichtige Hilfe beim Informationsfluss war das zweimal jährlich erscheinende „INFO“, zuletzt mit einer Auflage von 5.000 Exemplaren, seit 1999 das monatlich erscheinende Kurz-Info „schnell & aktuell“ mit Terminen, aktuellen Informationen, Angeboten und Gesuchen.

2006 musste die Arbeit des DKIZ grundlegend umstrukturiert werden. Die ihm seit 1974 vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gewährte institutionelle finanzielle Förderung wurde den wachsenden Sparzwängen in Deutschland geopfert. Für das DKIZ entfiel damit die Basis für eine solide Finanzplanung, so dass zum 1. März 2006 der Bürobetrieb eingestellt werden musste.

Bis Dezember 2009 erhielten unsere Mitglieder noch per E-Mail unser „schnell&aktuell“, den monatlichen Newsletter mit aktuellen Informationen und Terminen, aber auch diesen Service müssen wir nun bis auf Weiteres leider einstellen; abgesehen davon, dass künftig  die Büroräume in der Massalias-Straße nicht mehr zur Verfügung stehen, konnte keine befriedigende Nachfolgelösung für die Generation der Gründungsmitglieder, die sich zum Jahresende 2009 zurückzog, gefunden werden: Die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 30 Jahre haben es mit sich gebracht, dass für voll berufstätige Personen mit familiären Verpflichtungen die Leitung, Organisation und Verwaltung des DKIZ im bisherigen Umfang auf rein ehrenamtlicher Grundlage nicht mehr zu bewältigen ist.

Gerührt waren wir über die Reaktionen unserer Mitglieder auf diese Nachricht. Bedauern, Anerkennung und Dank wurden uns in zahlreichen Schreiben ausgesprochen.  .

Unsere Netzwerkarbeit – die freundschaftliche Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen gemeinnützigen deutschen, griechischen, deutsch-griechischen Institutionen wurde über die Zäsur des Jahres 2006 hinaus fortgesetzt.  Besonders sollen hier genannt werden:

Seit vielen Jahren ist das DKIZ Partnerorganisation der „Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften“ in Griechenland.

Mitglieder des DKIZ arbeiten aktiv mit bei Veranstaltungen des „Hauses Koroneos“, des deutschen Alten- und Pflegeheims in Athen, des „Ergastiri“, einer griechischen Einrichtung für Behinderte, und der „SOS Kinderdörfer Hellas“.

Fundraising-Programme des griechischen Vereins „Reto“, einer Selbsthilfeorganisation gegen Drogen- und Suchtabhängigkeit,  und der britischen „Leukaemia Research Foundation“ werden unterstützt.

Seit den verheerenden Bränden in Griechenland im Sommer 2007 lag ein Schwerpunkt der DKIZ-Arbeit auf den Unterstützungsaktionen für die Freiwillige Waldschutzinitiative Kaissariani.

Wie geht es weiter?

So viel ist klar: Das DKIZ ist einmalig, aber es ist nicht unersetzlich. Das Zusammenwachsen innerhalb der Europäischen Union, die verbesserte Infrastruktur in Griechenland, die Revolution in der Kommunikationstechnik mit Internet und E-Mail u.a. verändern für jede derartige Institution das Anforderungsprofil und die Arbeitsweise. Dies zu wissen, erleichtert uns die Entscheidung ein wenig, die Arbeit des DKIZ in seiner bisherigen Form einzustellen.

Bestehen bleiben unser monatlicher Infotreff mit parallelem Beratungsservice und das Engagement unserer Mitglieder in den Institutionen unseres oben geschilderten Netzwerks.

Einmal monatlich (außer in den Sommermonaten Juli und August), und zwar an jedem dritten Mittwoch des Monats jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr, bieten wir ein offenes Beisammensein, den Info-Treff – – zum Gespräch, Informationsaustausch und Knüpfen von Kontakten. Das Goethe-Institut Athen (Omirou 14-16, 10672 Athen) gewährt uns dafür weiterhin Gastfreundschaft in seinem Foyer. Wenn Sie Zweifel haben, ob der Infotreff wegen eines Feiertags oder Streiks oder der Sommerpause vielleicht nicht stattfindet, können Sie telefonisch +306944 296752 um Auskunft bitten.

 

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