Neu erschienen: „Das Vermächtnis der Besatzung“

Unter dem Titel „Das Vermächtnis der Besatzung“ erschien im Mai 2016 das Buch der tschechischen Historikerin Katerina Králová im renommierten Böhlau-Verlag, aus dem Griechischen übersetzt von Odysseas Antoniadis und Andrea Schellinger. Es handelt sich um eine verständliche Darstellung der letzten Jahrzehnte deutsch-griechischer Geschichte (1940 bis 2012), der grundlegendes Wissen für eine sachliche Diskussion fernab aller Klischees zu entnehmen ist.
Ein gemeinsames deutsch-griechisches Erinnern an die Besatzungszeit gibt es (noch) nicht. In Griechenland ist das Geschehen unvergessen, in Deutschland hingegen werden die Greueltaten der Besatzer an der griechischen Zivilbevölkerung verdrängt oder beschwiegen. Die Asymmetrie der Vergangenheitsbewältigungen beeinflusst bis heute das Verhältnis zwischen den Ländern. Wissensdefizite führen zu Polarisierungen, wie die aktuelle politische Berichterstattung zeigt.
Ausgehend von der deutschen Besatzungspolitik ab 1941 und den direkten Folgen für Griechenland und seine Bevölkerung, verfolgt Kateřina Králová die deutsch-griechischen Beziehungen über die Restauration in Griechenland nach dem Krieg, die Wiederaufnahme der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Strafverfolgung von NS-Kriegsverbrechern und die Debatten um die Reparationsfrage im Zuge des Ost-West-Konflikts, der Wiedervereinigung Deutschlands und der jüngsten Vergangenheit.
Das Buch bildet den Band 2 der Reihe „Griechenland in Europa“, herausgegeben von Chryssoula Kambas und Marilisa Mitsou.
Direkter Link: http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-50362-8.html