Steuerbefreiung bei nicht eingenommenen Mieten

Ein nicht seltenes krisenbedingtes Problem der Vermieter von Immobilen in Griechenland stellt die Steuerpflicht für Mieteinnahmen dar, die der Vermieter tatsächlich nicht erhalten hat. In diesen Fällen gab es in der Vergangenheit für den Vermieter die Möglichkeit, dem Finanzamt die Ansprüche auf die Mietzahlungen einfach abzutreten, um von der Steuer auf die nicht erhaltenen Mietzahlungen befreit zu werden. Dies ist nun nicht mehr möglich.
Für nicht eingenommene Mieten muss der Vermieter nunmehr, vor Einreichung seiner Steuererklärung, dem Finanzamt nachweisen, dass er auf dem Rechtsweg gegen den Mieter vorgeht, um die Steuerbefreiung für die nicht gezahlte Miete zu erreichen. Dazu muss er entweder eine Gerichtsentscheidung vorlegen, die seine Ansprüche (entweder im Mahnverfahren „diatagi pliromis/apodosis misthiou“ oder im Klageverfahren) für den konkreten Zeitraum gegenüber dem säumigen Mieter anerkennt, oder zumindest nachweisen, dass die entsprechenden gerichtlichen Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet wurden (z.B. Vorlage des Klageantrags und dessen Zustellung an den säumigen Mieter). Die nicht erhaltenen Mieten werden dann in der jährlichen Steuererklärung als nicht eingenommen angegeben. Versteuert werden sie erst in dem Jahr, in dem der Vermieter sie dann tatsächlich einnimmt.

Von Rechtsanwältin Nicola-Alexandra Emmanouil