Internationale Rentenberatungstage in Athen

Sie sind oder waren in Griechenland oder Deutschland tätig?

Experten der Deutschen Rentenversicherung und des griechischen Versicherungsträgers EFKA (ehemals IKA-ETAM, OGA und OAEE) beraten Sie in Athen.

vom 14.05. bis 15.05.2019 (Dienstag bis Mittwoch)

jeweils von 8 bis 15:00 Uhr

in den Räumen der EFKA (Geraniou 42, 104 31 Athen)

Terminvergabe im Zeitraum vom 08.04. bis 18.04.2019 jeweils von 08:00 bis 15:00 Uhr unter Tel.: 210 6783685

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Rentenberatung der Deutschen Rentenversicherung in Thessaloniki

Im April 2019 finden im Goethe Institut Thessaloniki, Vasilissis Olgas 66, die Beratungstage der Deutschen Rentenversicherung statt.

Termine:

Dienstag 09.04.2019 09.00 – 16.00 Uhr

Mittwoch 10.04.2019 09.00 – 16.00 Uhr

Donnerstag 11.04.2019 09.00 – 16.00 Uhr

Freitag 12.04.2019 09.00 – 16.00 Uhr

Ansprechpartnerin: Frau Astrid Voges

Tel. 0049 3086568194 / astrid.voges@drv-bund.de

Deutsch-Griechische Rentenberatung in Athen

Sie sind oder waren in Griechenland oder Deutschland tätig?

Experten der Deutschen Rentenversicherung und des griechischen Versicherungsträgers EFKA (ehemals IKA-ETAM, OGA und OAEE) beraten Sie in Athen.

vom 19.06. bis 20.06.2018 (Dienstag bis Mittwoch)

jeweils von 8 bis 15:00 Uhr

in den Räumen der EFKA (Geraniou 42, 104 31 Athen)

Terminvereinbarung

beim griechischen Versicherungsträger EFKA

Telefon 0030 210 67 83 685 (erreichbar vom 28.05. bis 08.06.2018 jeweils von 09:00 bis 12:00 Uhr)

Luftnot bei Herzschwäche – Was Sie darüber wissen sollten

Dieses Thema erwartet die Mitglieder und Freunde des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums

am Montag, den 10. Oktober 2016 um 18.00 Uhr
im Veranstaltungsraum des Haus Koroneos

Ein Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Carolin Sonne,
ehemalige Leiterin des Echokardiographielabors und der Herzinsuffizienzambulanz, sowie Oberärztin des Herzkatheterlabors am
Deutschen Herzzentrum der Technischen Universität München

Begleitet von Bildern und Graphiken wird Ihnen Priv.-Doz. Dr. med. Sonne in ihrem Vortrag die Herzschwäche, eine der häufigsten Erkrankung des Herzens, näher erläutern. Insbesondere wird Frau Sonne auf Ursachen, typische Symptome, wie Luftnot, Schwindel und Schwellungen der Beine, sowie die nötigen Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten eingehen.
Anschließend an den Vortrag wird Ihnen Frau Sonne für eine gemeinsame Diskussion, sowie Fragen und Antworten zur Verfügung stehen.

Zugang zum griechischen Gesundheitssystem für Nicht-Versicherte

Der gemeinsame Ministerialerlass der zuständigen Minister vom 4.4.2016 (Κ.Υ.Α. αριθ. Α3(γ)/ ΓΠ/οικ. 25132/ 4.4.2016 ) sieht den kostenlosen Zugang zu den Leistungen des griechischen Gesundheitssystem für alle nicht versicherten Bürger vor. Durch eine Vereinfachung des bürokratischen Systems wird die Prüfung, ob die betroffene Person die einzelnen Voraussetzungen (Einkommensgrenze, soziale und auch klinische Kriterien, wie z.B. chronische Erkrankungen) erfüllt, nunmehr nur mit Angabe der Sozialversicherungsnummer AMKA (z.B. bei Aufnahme in einem staatlichen Krankenhaus) erfolgen. Vorgesehen ist auch eine Befreiung bestimmter Patientengruppen von der Zuzahlungspflicht für Medikamente. Die betroffenen Bürger haben den gleichen Leistungsanspruch wie die Versicherten des griechischen Gesundheitssystems (ΕΟΠΥΥ). Für Ausländer, die keine Möglichkeit haben, eine griechische Sozialversicherungsnummer zu erhalten, ist ein gesondertes Verfahren vorgesehen, was ihnen Zugang zu denselben Leistungen ermöglicht.
Zu Einzelheiten siehe http://www.taxheaven.gr/laws/circular/view/id/23270 (auf Griechisch).

Von Rechtsanwältin Nicola-Alexandra Emmanouil

Ikaria, die Insel der Ruhe und der Gesundheit im Ägäischen Meer

Unsere Vorsitzende Siegi Diakakis über ihren Urlaub auf Ikaria:
„Ende Juni waren wir für 10 Tage auf dieser wunderschönen Insel des Ikarus, um unsere von Rheuma, Arthritis und  Osteoporose geplagten kranken Knochen ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Wir wohnten in dem kleinen Hotel ‚OENOE‘ im Ort THERMA – hier ist der Ursprung der Heilquelle. Das Badehaus APOLLONA liegt etwa 2 Minuten von unserem Hotel oder einem anderen nahegelegenen Hotel entfernt. Man geht morgens  ganz leger mit dem Bademantel dorthin. Es gibt Badezimmer mit jeweils einer Wanne oder für Paare mit jeweils 2 Wannen. Die Wanne wird bis zum Rand mit 35 bis 37 Grad warmen Quellwasser gefüllt, in der man dann für etwa 20 Minuten liegt. Man kann die Temperatur des Wassers selbst ein wenig regulieren, falls man die Wärme nicht verträgt. Da das Quellwasser zum größten Teil Radonio enthält, ist ein längerer Aufenthalt in der Wanne nicht angebracht. Ebenfalls ist aus Gesundheitsgründen nur einmal ein Bad pro Tag erlaubt.
Eine andere Möglichkeit ist das Bad direkt an der Quelle, d.h., es gibt in einem Raum 2 kleine Pools für jeweils 4 bzw. 8 Personen, in die man allerdings mit Badeanzug gehen muss. Alle anderen Bedingungen bleiben gleich.
Eintritt für das APOLLONA: 4,50 Euro pro Besuch – für die Pools:4,00 Euro pro Besuch.
Beide Anlagen liegen direkt am Meer mit einem schönen kleinen Strand mit Sonnenschirmen.
Nach dem Bad geht man ins Hotel zurück, um sich dort mit frisch gebackenem Brot und Kuchen und selbstgemachter Marmelade und Tee oder Filterkaffee von den wirklich herzlichen Hotelbesitzern verwöhnen zu lassen. Dann muss man sich notgedrungen wenigstens eine halbe Stunde ins Bett legen, weil die Wasserkur sehr müde macht. Erholung ist hier vorgeschrieben.
Man kann hier wirklich nur von Erholung sprechen, denn in THERMA gibt es fast keine Autos. Man kann die wunderbare Stille abends beim Zirppen der Grillen nur genießen. Wer aber etwas „LEBEN“ haben möchte geht zum Mittag- oder Abendessen in eine der kleinen Tavernen mit guter griechischen Kost – sehr oft auch mit frischem Fisch – oder fährt in die Hauptstadt AGIOU KYRIKOU (etwa 8000 Einwohner), in die man mit dem Bus oder Taxi fahren kann. Dort gibt es ein paar nette Cafés und Tavernen und auch
einige kleine Geschäfte.
Die Insel hat außer ihrer wunderwirkenden Quelle noch wunderschöne Sandstrände, alte Klöster und archäologische Stätten zu bieten, zu denen man ebenfalls mit dem Bus fahren kann. Außerdem gibt es noch Tagesausflüge mit dem Boot zu den umliegenden Inseln, z.B. Patmos, Samos oder Fournoi.
Auf die Insel selbst kommt man entweder mit dem Fährschiff (ca. 8 Stunden) oder mit dem Flugzeug (etwa 35 Minuten).
Wir haben von vielen Leuten dort gehört, dass sie große Linderung von ihren Leiden erfahren haben. Bekannte von uns fahren schon seit 10 Jahren dorthin und fühlen sich jedes Mal wohler. Wir jedenfalls können diese Insel mit ihrer Schönheit und ihren warmherzigen Leuten nur empfehlen.
Allerdings sagte man uns, dass für das erste Mal wenigstens ein 15tägiger Aufenthalt geplant sein sollte, weil dann die Wirkung der Bäder intensiver ist. Später kann man auch einen Monat und mehr bleiben.
Was die Hotelpreise angeht, so bekommen wir als Verein eine Ermäßigung:
Vorsaison (Anfang Juni bis 20. Juli):
Doppelzimmer: 30 Euro
Einzelzimmer: 25 Euro
Hauptsaison (21. Juli bis 28. August):
Doppelzimmer:40 Euro
Einzelzimmer:35 Euro
Nachsaison: (September)
Doppelzimmer: 30 Euro
Einzelzimmer: 25 Euro“

Haus Koroneos

Die Geschichte (aus dem Archiv des DKIZ):

„Deutschsprachige Frauen – Heiratsmigrantinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, die nach dem 2. Weltkrieg in zunehmender Zahl ihrem griechischen Ehemann nach Griechenland folgten, haben bereits vor vielen Jahren begonnen, sich Gedanken über ihr Leben im Alter zu machen. Verschiedene Initiativen wurden ins Leben gerufen; seit 1978 wurden beim alljährlichen Weihnachtsbasar der deutschsprachigen Kirchengemeinden in Athen auch für ein Altersheim systematisch Gelder erwirtschaftet und auf ein Sonderkonto gelegt. Für das zu gründende Altersheim haben Frauen der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache Athen Vermächtnisse, Legate, hinterlassen. Mehrmals war das Ziel greifbar nahe, wurde aber vereitelt weil sich Eigeninteressen durchsetzten und viel Kapital – materielles und immaterielles (Geld, Engagement, deutsch-griechische Netzwerke) – auf der Strecke blieb. Dass das Projekt doch zustande kam, verdanken wir der großzügigen Schenkung einer wertvollen Immobilie durch die Brüder Prof. Dr. Nikolaus–Joannis Koroneos und Prof. Dr. Aimilios Koroneos. Diese Immobilie, ein mehrgeschossiges Haus, liegt im Zentrum von Athen im Bereich Ambelokipi am Schnittpunkt der Straßen Panaji Kyriakou 7 und Anastassiou Tsocha. Die Metro-Station “Ambelokipi” ist rund 400 m entfernt, Bus- und Trolley-Stationen sind in unmittelbarer Nähe.  Das Haus Koroneos wurde der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache Athen mit der Auflage geschenkt, darin eine Senioreneinrichtung für in Griechenland lebende deutschsprachige Menschen – unabhängig von Konfession und Religion – zu errichten.  Am 5.Oktober 2006 wurde das ökumenische Altenwohnheim der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Griechenland offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Ziel des Projekts ist es, allen Bewohnern ein freundliches Umfeld und auch im Fall der Pflegebedürftigkeit ein weitgehend selbständiges und würdiges Leben im Alter zu bieten.“

 

Aus einem griechischen Blog (http://xartaetos-7.blogspot.gr/2008/04/blog-post_14.html) von 2008 übersetzt:

„Vor einigen Tagen las ich in der Zeitung ‚Athens Voice‘, die kostenlos an den Metro-Bahnhöfen verteilt wird, einen Artikel von G. Konstantinidis, der schrieb: Vor 30 Jahren heirateten einige junge deutsche Frauen griechische Männer und machten Griechenland zu ihrem Zuhause. Sie dachten aber mit Sorge an ihr Alter, und aus Angst, dass sie vielleicht allein bleiben würden, beschlossen sie, ein Altersheim in Griechenland zu gründen. Sie wussten nicht, wann sie es realisieren könnten, aber sie begannen Geld anzusparen. Jedes Jahr organisierten sie in der Deutschen Schule einen Weihnachtsbasar, und ein Teil der Einnahmen wurde auch für diesen Zweck beiseitegelegt. Die Jahre vergingen, das Guthaben wuchs, es gab auch Menschen, die sich dafür einsetzten und sogar, wie die Gebrüder Koroneos, ein ganzes mehrstöckiges Wohnhaus spendeten, um den Plan zu verwirklichen. Architekten und Bauingenieure stellten sich ohne Honorar zur Verfügung und halfen beim Umbau des Hauses. So entstand das ‚Haus Koroneos‘, ein neuartiges, gemeinnütziges und nicht gewinnorientiertes Altersheim.

Dieses ganze ‚ideale‘ Umfeld wurde von einer Gemeinschaft geschaffen, die sich über arrogante Verhaltensweisen, persönliche Auseinandersetzungen, bedeutungslose Feindseligkeiten und leere Theorien hinwegsetzte, an eine Idee glaubte und andere Menschen für diesen Zweck gewann. Das haben sie wunderbar gemacht! Die Idee, das Engagement, die Verwirklichung des Traums, ohne Vorbehalte, ohne Angst, ohne Kleinlichkeit! Hiermit bestätigt sich wieder einmal der Satz ‚Geschichte wird von Gemeinschaften geschrieben‘, und ich will noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass Menschlichkeit, Sensibilität und Engagement nicht verschwunden sind! Es gibt sie! Die Menschen müssen sich nur treffen, die Gemeinschaften sich verbinden, und die Ideen müssen zum Leben erweckt werden! Ideen einer anderen Welt, einer helleren, kreativeren, menschlicheren Welt als der, die von Introvertiertheit und Isolation bestimmt wird. Braucht es viel dazu? Das oben genannte Beispiel hat bereits die Antwort darauf gegeben … 

Olga Sinogianni“

 

Und wie sieht es heute aus?

Rechtsträger des Hauses Koroneos ist seit 2010 der Evangelische Diakonieverein. Der Vorstand des Diakonievereins unter seinem Vorsitzenden Rechtsanwalt  Dimos Papanastassiou unterstützt das  Haus Koroneos unermüdlich und engagiert – und dabei ehrenamtlich – in guten und in schlechten Zeiten! Es ist für alle Mitglieder eine Herzensangelegenheit, und sie sorgen mit ihrem persönlichen Einsatz dafür dass der Betrieb des Hauses gegen alle Widrigkeiten reibungslos aufrechterhalten wird. Insbesondere Volker Klar kümmert sich fast täglich um die Erledigung bürokratischer Angelegenheiten.

Von 2007 an wurde das Haus von Manuela Gollwitzer geführt. Sie gestaltete den gesamten Betrieb, und es gelang ihr, das Haus Koroneos zu einem der angesehensten und bestgeführten Altersheime in Athen zu machen. Nach ihrem Weggang Anfang 2014 übernahm eine Doppelspitze die Führung: Schwester Hildegard Ioannidis als Pflegedienstleiterin und Tanja Nettersheim als Verwaltungsleiterin. Für Beweglichkeit von Körper, Geist und Seele sowie liebevolle Dekorationen bei allen Veranstaltungen sorgt Masseurin und Krankengymnastin Christa Jüngling in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin Laura Levanti. Das Pflegepersonal besteht aus gut geschulten, meist mehrsprachigen Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Nationen. Seit einigen Jahren kooperiert das Haus Koroneos erfolgreich mit den Pflegeschulen in Oldenburg und Berlin-Spandau. Pflegeschülerinnen und Schüler absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung im Haus Koroneos. Diese mutigen und unternehmungslustigen jungen Leute sind bei Personal und Bewohnern gern gesehene und hilfreiche Gäste. Sie setzen sich über Sprachbarrieren und Mentalitätsunterschiede hinweg und tragen viel zum gegenseitigen Verständnis zwischen beiden Ländern bei, indem sie ihre positiven Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause nehmen.  In der jetzigen  Zeit  schwieriger deutsch-griechischer Beziehungen wird so wichtige Basisarbeit geleistet.

Heimarzt ist der Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. Christian Schlüter, der auch Vertrauensarzt der Deutschen Botschaft ist.

Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, darunter viele Mitglieder des DKIZ, leisten seit Jahren auf vielen Gebieten einen unschätzbaren Beitrag, indem sie die Bewohner regelmäßig besuchen, mit ihnen sprechen, spielen, malen, singen, spazieren gehen – oder manchmal einfach nur da sind und ihnen die Hand halten.

Die gesamte Atmosphäre des Hauses zeichnet sich durch eine einzigartige Verbindung von Professionalität und warmherziger Menschlichkeit aus.

Im Haus Koroneos leben Senioren und Seniorinnen aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Es ist derzeit zu 100 % belegt.

Ein besonderes Angebot ist die Kurzzeitpflege, also die Unterbringung für einen begrenzten Zeitraum, z.B. für Alleinstehende nach Operationen oder wenn Pflegende vorübergehend eine Pause von der häuslichen Pflege ihrer Angehörigen benötigen.

Wir wünschen dem Haus Koroneos, seinen Mitarbeitern und seinen Bewohnern das Allerbeste! Mögen der hohe Standard und der Geist des Hauses erhalten bleiben und vielen Senioren und pflegebedürftigen Menschen einen würdigen Lebensabend ermöglichen!

Weitere Informationen:

Altenheim Haus Koroneos

P.Kyriakou 7 & Tsocha, GR-115 21 Athen

Verwaltung: Tel.+30-210-6444869, Fax +30-210-6444837

E-Mail: info@hauskoroneos.gr

www.hauskoroneos.gr

Von Sigrid Willer

Vortrag zur Patientenverfügung im Haus Koroneos

Unser Vortrag „Patientenverfügung in Griechenland“ fand sehr großes Interesse.
Der Veranstaltungsraum des Hauses Koroneos war so gefüllt, dass in letzter Minute Zusatzstühle aufgestellt werden mussten, damit alle Gäste einen Sitzplatz fanden.
Das Motto des Abends hätte auch der alte keltische Spruch
„Mögest Du leben, solange Du willst und es wollen, solange Du lebst“
sein können.
Der Facharzt für Innere Medizin Dr. Christian Schlüter, der auch Heim-Arzt des Hauses Koroneos ist, und die Rechtsanwältin Nicola Alexandra Emmanouil  erläuterten aus ärztlicher und aus juristischer Sicht allgemeinverständlich das Thema. Unterschiede zu Deutschland wurden deutlich gemacht sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Realität und praxisnahe Möglichkeiten aufgezeigt. Eine rege Diskussion schloss sich an.
Zusammenfassend hier die wichtigsten Punkte:
– In Deutschland ist die Patientenverfügung zwar kein „Muss“ aber sie ist inzwischen fast schon Standard. Wenn eine Patientenverfügung vorhanden ist, ist der Arzt verpflichtet, sich daran zu halten. Der darin festgelegte Patientenwille bindet den Arzt, solange nichts Gesetzeswidriges von ihm verlangt wird (z.B. aktive Sterbehilfe).
– Typische Anweisungen, die in einer deutschen Patientenverfügung enthalten sind: Meist wird für Situationen vorgesorgt, wo sich der Patient im unmittelbaren Sterbeprozess, im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befindet oder eine schwere, irreversible Gehirnschädigung erlitten hat. Die Anweisungen beziehen sich dann auf die Festlegung und den Umfang von lebenserhaltenden Maßnahmen, Schmerz- und Symptombehandlung, künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Dialyse, u.Ä.
Vorlagen findet man im Internet z.B. unter:
www.bmjv.de/DE/Themen/Gesellschaft/Patientenverfuegung/patientenverfuegung_node.html
www.bundesaerztekammer.de/patienten/patientenverfuegung/muster-formulare/
– Im griechischen Recht ist weder die Patientenverfügung noch die Vorsorgevollmacht in Gesundheitsfragen gesetzlich geregelt, auch wenn Teile der Rechtslehre eine Patientenverfügung anerkennen. Für die Vorsorgevollmacht wird die Bezeichnung „ιατρικό πληρεξούσιο“ verwendet, während die Patientenverfügung als „προγενέστερη οδηγία για το τέλος της ζωής“ oder „διαθήκη ζωής“ bezeichnet wird.
– In der Praxis sind solche Verfügungen aber weitgehend unbekannt, spielen also weder in der Rechtspraxis noch bei den Ärzten eine Rolle.
– Es kann hilfreich sein, eine Patientenverfügung nach deutscher Vorlage privat aufzusetzen und/oder im Rahmen einer griechischen notariellen Generalvollmacht eine Person in Gesundheitsfragen zu bevollmächtigen, da auch nach griechischem Arztrecht das Selbstbestimmungsrecht des Patienten verstärkt wurde. So können solche Verfügungen im Rahmen der Entscheidungshilfe für den Arzt eine Rolle spielen, wenn ein entsprechendes Vertrauensverhältnis besteht.
– Zu beachten ist aber, dass nach griechischem Recht, außer im Fall, dass ein gerichtlich bestellter Betreuer existiert, die Angehörigen für die Einwilligung bzw. Nichteinwilligung in eine ärztliche Maßnahmen als entscheidungsbefugt angesehen werden. Dies und der sehr enge rechtliche Rahmen, in dem sich der Arzt hier bewegt, führt dazu, dass ein vorher schriftlich festgelegter Patientenwille im Zweifelsfall weder für die Angehörigen noch für den Arzt Bindungswirkung entfaltet.
-Will man so weit wie möglich sicherstellen, dass die eigenen Wünsche beachtet werden, für den Fall, dass man nicht mehr in der Lage ist, sie zu äußern, bleiben nach derzeitiger Rechtslage letztendlich nur frühzeitige, klärende Gespräche mit den Angehörigen und möglichst auch dem Arzt, zu dem man ein Vertrauensverhältnis hat.

Vortrag zur Patientenverfügung in Griechenland

Der Vorstand des
Deutschen Kontakt- und Informationszentrums
lädt zu einem Vortrag mit dem Thema
Patientenverfügung in Griechenland
ein.

Donnerstag, 28. Mai 2015 um 18:00 Uhr im
Veranstaltungsraum des Haus Koroneos
P. Kyriakou 7 & Tsocha, 11521 Ambelokipoi
Metrostation Ambelokipoi

Referenten:
Dr. med. Christian Schlüter, Facharzt für Innere Medizin
Rechtsanwältin Nicola Alexandra Emmanouil