Vassilopitta 2016

Der Vorstand des DKIZ wünscht ein frohes neues Jahr!

Wir hoffen auf ein besseres 2016 und laden Sie herzlich ein zum

 Vassilopitta-Schneiden 2016 des DKIZ

 am Mittwoch, 10. Februar 2016, ab 16:30 Uhr

mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen oder was das Herz sonst begehrt, wie gewohnt im Foyer des Goethe-Instituts Athen, Omirou 14-16, (Metro-Station: „Panepistimiou“).

 Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

     Der Vorstand

 Siegi Diakakis, Tanja Nettersheim, Brigitte Scharnke, Monika Simou

Vassilopitta 2016

Der Vorstand des DKIZ wünscht ein frohes neues Jahr!

Wir hoffen auf ein besseres 2016 und laden Sie herzlich ein zum

Vassilopitta-Schneiden 2016 des DKIZ

 am Mittwoch, 10. Februar 2016, ab 16:30 Uhr

mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen oder was das Herz sonst begehrt, wie gewohnt im Foyer des Goethe-Instituts Athen, Omirou 14-16, (Metro-Station: „Panepistimiou“).

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

 Der Vorstand

Siegi Diakakis, Tanja Nettersheim, Brigitte Scharnke, Monika Simou

Deutsch-Griechisches Juristentreffen

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Zum Programm  der Studienreise einer  Gruppe von Rechtsreferendaren vom Kammergericht Berlin nach Athen gehörte auch ein Informationsgespräch mit Mitgliedern des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums, das am 03. November 2015 stattfand. An dem Gespräch nahmen 12 deutschen Juristen sowie Rechtsanwältin Nicola Emmanouil, Rechtsanwalt Konstantinos Flegkas und die frühere Vorsitzende des Deutschen Kontakt-und Informationszentrums Vera Dimopoulos-Vosikis teil.
Im Mittelpunkt der regen Diskussion stand naturgemäß  die nun mehr als 5  Jahre währende Krise in Griechenland und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Realität, die Verarmung weiter Bevölkerungskreise, die hohe Arbeitslosigkeit und die Berufsproblematik der jungen Generation.  Es wurden Elemente des griechischen Rechtssystems aufgezeigt, die, wenn auch nicht ausschließlich,  so doch mitursächlich für diese Krise sind. Die Fragen kreisten vor allem um die Gebiete: Katasteramt, Rentensystem, Besteuerung, staatliche Verwaltung. Die Beteiligten waren sich einig, dass es keine schnelle Patentlösung geben kann, dass es aber  wichtig ist, sich  trotzdem weiterhin für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone einzusetzen.
Die Veranstaltung fand statt im Veranstaltungssaal des Hauses Koroneos, dem an dieser Stelle für die Gastfreundschaft gedankt sei.

Todesfall in Griechenland – Was tun?

Stirbt ein naher Angehöriger, ist das, auch wenn es nicht plötzlich passiert, meist erst mal ein Schock. Man sieht sich nicht nur mit dem Verlust und der eigenen Trauer konfrontiert, sondern muss sich mit den anstehenden Formalitäten und der Organisation der Beerdigung auseinandersetzen. Stirbt die Person im Ausland, wo man sich mit den jeweiligen Gepflogenheiten nicht auskennt, und der Verstorbene vielleicht auch einer anderen Glaubensrichtung angehört, wird die Situation noch komplizierter. Eine sehr gute Hilfe stellt hierfür das Infoblatt „Sterben und Tod in Griechenland“ der Evangelischen Kirche deutscher Sprache Thessaloniki dar, das auf deren Webseite unter www.evkithes.net zu finden ist.
Aber nicht nur um diese Auskünfte zu erhalten, lohnt sich der Besuch der ansprechend gestalteten Website der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache Thessaloniki. Neben der Selbstdarstellung einer modernen deutschsprachigen Kirchengemeinde und ihren zahlreichen Aktivitäten enthält die Website viele Links und Kontaktdaten, die für ein Leben im Großbereich Nordgriechenland nützlich sind.

Ikaria, die Insel der Ruhe und der Gesundheit im Ägäischen Meer

Unsere Vorsitzende Siegi Diakakis über ihren Urlaub auf Ikaria:
„Ende Juni waren wir für 10 Tage auf dieser wunderschönen Insel des Ikarus, um unsere von Rheuma, Arthritis und  Osteoporose geplagten kranken Knochen ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Wir wohnten in dem kleinen Hotel ‘OENOE’ im Ort THERMA – hier ist der Ursprung der Heilquelle. Das Badehaus APOLLONA liegt etwa 2 Minuten von unserem Hotel oder einem anderen nahegelegenen Hotel entfernt. Man geht morgens  ganz leger mit dem Bademantel dorthin. Es gibt Badezimmer mit jeweils einer Wanne oder für Paare mit jeweils 2 Wannen. Die Wanne wird bis zum Rand mit 35 bis 37 Grad warmen Quellwasser gefüllt, in der man dann für etwa 20 Minuten liegt. Man kann die Temperatur des Wassers selbst ein wenig regulieren, falls man die Wärme nicht verträgt. Da das Quellwasser zum größten Teil Radonio enthält, ist ein längerer Aufenthalt in der Wanne nicht angebracht. Ebenfalls ist aus Gesundheitsgründen nur einmal ein Bad pro Tag erlaubt.
Eine andere Möglichkeit ist das Bad direkt an der Quelle, d.h., es gibt in einem Raum 2 kleine Pools für jeweils 4 bzw. 8 Personen, in die man allerdings mit Badeanzug gehen muss. Alle anderen Bedingungen bleiben gleich.
Eintritt für das APOLLONA: 4,50 Euro pro Besuch – für die Pools:4,00 Euro pro Besuch.
Beide Anlagen liegen direkt am Meer mit einem schönen kleinen Strand mit Sonnenschirmen.
Nach dem Bad geht man ins Hotel zurück, um sich dort mit frisch gebackenem Brot und Kuchen und selbstgemachter Marmelade und Tee oder Filterkaffee von den wirklich herzlichen Hotelbesitzern verwöhnen zu lassen. Dann muss man sich notgedrungen wenigstens eine halbe Stunde ins Bett legen, weil die Wasserkur sehr müde macht. Erholung ist hier vorgeschrieben.
Man kann hier wirklich nur von Erholung sprechen, denn in THERMA gibt es fast keine Autos. Man kann die wunderbare Stille abends beim Zirppen der Grillen nur genießen. Wer aber etwas “LEBEN” haben möchte geht zum Mittag- oder Abendessen in eine der kleinen Tavernen mit guter griechischen Kost – sehr oft auch mit frischem Fisch – oder fährt in die Hauptstadt AGIOU KYRIKOU (etwa 8000 Einwohner), in die man mit dem Bus oder Taxi fahren kann. Dort gibt es ein paar nette Cafés und Tavernen und auch
einige kleine Geschäfte.
Die Insel hat außer ihrer wunderwirkenden Quelle noch wunderschöne Sandstrände, alte Klöster und archäologische Stätten zu bieten, zu denen man ebenfalls mit dem Bus fahren kann. Außerdem gibt es noch Tagesausflüge mit dem Boot zu den umliegenden Inseln, z.B. Patmos, Samos oder Fournoi.
Auf die Insel selbst kommt man entweder mit dem Fährschiff (ca. 8 Stunden) oder mit dem Flugzeug (etwa 35 Minuten).
Wir haben von vielen Leuten dort gehört, dass sie große Linderung von ihren Leiden erfahren haben. Bekannte von uns fahren schon seit 10 Jahren dorthin und fühlen sich jedes Mal wohler. Wir jedenfalls können diese Insel mit ihrer Schönheit und ihren warmherzigen Leuten nur empfehlen.
Allerdings sagte man uns, dass für das erste Mal wenigstens ein 15tägiger Aufenthalt geplant sein sollte, weil dann die Wirkung der Bäder intensiver ist. Später kann man auch einen Monat und mehr bleiben.
Was die Hotelpreise angeht, so bekommen wir als Verein eine Ermäßigung:
Vorsaison (Anfang Juni bis 20. Juli):
Doppelzimmer: 30 Euro
Einzelzimmer: 25 Euro
Hauptsaison (21. Juli bis 28. August):
Doppelzimmer:40 Euro
Einzelzimmer:35 Euro
Nachsaison: (September)
Doppelzimmer: 30 Euro
Einzelzimmer: 25 Euro“

Neue EU-Erbrechtsverordnung

Ab dem 17. August 2015 gilt die neue Europäische Erbrechtsverordnung. Hier der Text des Merkblattes der Deutschen Botschaft Athen dazu:

«Ab dem 17. August 2015 wird die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr. 650/2012, EU-ErbVO) gelten. Diese neue EU-Verordnung regelt, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist.
Gerichte und andere Organe der Rechtspflege in den Staaten der EU (außer im Vereinigten Königreich, Irland und Dänemark) – also auch in Deutschland und in Griechenland – werden dann nach der EU-Erbrechtsverordnung beurteilen, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall einen Auslandsbezug hat.
Bisher unterliegt nach deutschem Recht (Art 25 EGBGB) die „Rechtsnachfolge von Todes wegen“ dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte.
War der Erblasser Deutscher, galt also deutsches Erbrecht. Dies ändert sich durch die EUErbrechtsverordnung.
Ab dem 17. August 2015 unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte (Art. 21 EU-ErbVO). Dies ist zum Beispiel bei einem Deutschen, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Griechenland hat, griechisches Erbrecht.
Ausländische Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge können erheblich von den deutschen erbrechtlichen Regelungen abweichen.

Rechtswahl
Wer seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, aber dennoch will, dass sich im Fall seines Todes das Erbrecht des Landes anwendbar ist, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt -wer also beispielsweise als Deutscher, der in Griechenland lebt, will, dass auf seinen Erbfall deutsches Erbrecht anwendbar sein soll und nicht griechisches – der muss künftig eine entsprechende Rechtswahl treffen.
Diese Rechtswahl muss entweder ausdrücklich in einer Erklärung in Form einer Verfügung von Todes wegen – meist ist das ein Testament – erfolgen oder sich zumindest aus den Bestimmungen einer solchen Verfügung von Todes wegen ergeben (Art. 22 EU-ErbVO). Aus Gründen der Rechtssicherheit ist eine ausdrückliche Wahl zu empfehlen.
Anzuwenden ist die neue EU-Verordnung, wenn der Erblasser am 17. August 2015 oder danach verstirbt (Art. 83 Abs. 1 EU-ErbVO). Eine vor dem 17. August 2015 getroffene Rechtswahl, die – zum Beispiel – nach dem Recht des Staates getroffen wurde, dessen Staatsangehörigkeit der Erblasser besitzt (Art. 83 Abs. 2, 3 EU-ErbVO), bleibt aber auch nach dem 17. August 2015 wirksam.

Wo ist der gewöhnliche Aufenthalt?
Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Dies wird anhand der tatsächlichen Verhältnisse ermittelt; dabei wird festgestellt, wo der Schwerpunkt der sozialen Kontakte zu suchen ist, insbesondere in familiärer und beruflicher Hinsicht. Als nicht nur vorübergehend gilt stets und von Beginn an ein beabsichtigter zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten Dauer; kurzfristige Unterbrechungen bleiben dabei unberücksichtigt.
Der gewöhnliche Aufenthalt einer Person kann daher bereits mit dem Umzug an einen anderen Ort wechseln. Dies gilt für dauerhaft ins Ausland ziehende Personen, aber auch für solche, die sich nur zeitweise ins Ausland begeben, jedenfalls dann wenn der Aufenthalt dort auf mehr als sechs Monate angelegt ist und der tatsächliche Daseinsmittelpunkt verlagert wird.
Die Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthalts kann schwierig sein. Dies gilt etwa, wenn sich jemand nicht dauerhaft an einem Ort aufhält, sondern beispielsweise im regelmäßigen Wechsel eine Zeitlang in Griechenland und dann wieder eine Zeitlang in Deutschland lebt und enge soziale Bindungen an beiden Orten hat.

Überlegungen zum eigenen Nachlass
Auch wenn viele Menschen die gedankliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod aus nachvollziehbaren Gründen scheuen, ist es sinnvoll, sich schon heute mit der eigenen Nachlassplanung zu beschäftigen.
Überlegen Sie zum Beispiel, wo Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Überlegen Sie, welche Nachlassverteilung Ihren Wünschen entspricht und ob Sie, damit diese eintritt, eine entsprechende Verfügung von Todes wegen treffen (in der Regel heißt das: ein Testament machen) müssen. Überlegen Sie, ob es in Ihrem Fall nötig ist, die oben beschriebene Rechtswahl zu treffen.
Falls Sie schon ein Testament gemacht haben, prüfen Sie dieses. Ergänzen Sie es gegebenenfalls um eine Rechtswahlklausel. Beachten Sie dabei jedoch, dass Ihre Ergänzung nach dem Recht der Errichtung des Testaments formgültig ist.

Wenn Sie unsicher sind: Lassen Sie sich beraten!

Das Wichtigste zuletzt: Nachlassfragen können sehr kompliziert sein. Wenn Sie unsicher sind, zum Beispiel, ob Ihr gewöhnlicher Aufenthalt in Griechenland oder in Deutschland ist, was die Neuregelung für Sie ganz konkret bedeutet, oder wenn Sie sonstige Fragen in Bezug auf die Regelung Ihres Nachlasses haben, lassen Sie sich unbedingt von spezialisierten Anwälten oder Notaren beraten!»
Listen von deutschsprachigen Rechtsanwälten sind auf den Websites der Botschaft Athen bzw. des Generalkonsulats Thessaloniki eingestellt.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass deutsche Auslandsvertretungen keine Rechtsberatung in Einzelfällen durchführen dürfen.»

Hilfe für Flüchtlinge

In den täglichen Medien- Berichten zur derzeitigen  Krise in Griechenland spielen Meldungen über die Flüchtlingskatastrophen, die sich auf den griechischen Inseln täglich ereignen, nur am Rand eine Rolle. Umso wichtiger ist es, dass private, d.h. nicht staatliche Hilfsinitiativen bekannt gemacht werden. Sie brauchen unsere Unterstützung.
Die Deutsch- Griechische Gesellschaft Tübingen-Reutlingen  leistete schon in der Vergangenheit in Griechenland in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften  spontan und pragmatisch Hilfe. Dankbar erinnern wir uns an ihren tatkräftigen Einsatz nach den verheerenden Wald-Bränden rund um Athen  im Sommer 2007. Der große Tanklöschwagen, „Alarich“, die Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehrleute mit professioneller Schutzkleidung und Spezialhelmen und ihre Schulung  vor Ort und in Tübingen –  all das wäre nicht möglich gewesen ohne das Engagement  der Gesellschaft.
Auch jetzt wird die Gesellschaft in Sachen Flüchtlingshilfe Lesbos aktiv.
Bitte, lesen Sie den folgenden Brief  des Vorsitzenden der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Tübingen-Reutlingen Rechtsanwalt Argiris Balomatis

„Liebe Freunde,
Αγαπητοί μου φίλοι,
ich hoffe, es geht Euch allen gut! Womöglich sind die meisten von Euch in der Planung für die Sommerferien. Womöglich geht es (wieder) nach Griechenland. Die Zukunft dieses Landes, das uns so am Herzen liegt, beschäftigt uns so gut wie täglich.
Heute möchte ich über ein Thema berichten, das in der ganzen Diskussion um die wirtschaftliche Zukunft Griechenlands, völlig untergeht und das wir in unserer medial geprägten Wahrnehmung eher mit Italien in Verbindung bringen: Die Flüchtlingssituation in Griechenland, insbesondere auf den ostägäischen Inseln.
Seit vielen Jahren reise ich über Pfingsten nach Griechenland zu einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht beim Deutschen Anwaltverein. Dieses Jahr ging die Reise nach Mytilini (wie die Insel Lesbos in Griechenland genannt wird). Die Insel liegt unmittelbar vor dem türkischen Festland mit einer Entfernung von gerade einmal ca. 10 km an der engsten Stelle.
Rein von seiner geographischen Lage ist Lesbos – wie auch die Nachbarinseln Limnos, Samos, Kos und auch Rhodos – geradezu prädestiniert für eine Einreise über die Seegrenze von der Türkei nach Griechenland und somit in die Europäische Union. Seit das Wetter ruhig und die Temperaturen moderat sind, also seit etwa Mitte Mai kommen täglich Hunderte von Bootsflüchtlingen über die Meerenge nach Lesbos und suchen in den Küstenstädten und Dörfern Schutz und Hilfe.
Derzeit kommen im Wesentlichen Flüchtlinge aus den Krisenländern des Nahen und Mittleren Ostens über den Seeweg nach Lesbos, im Wesentlichen Menschen aus Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Syrien, Jemen. Es sollen bereits die ersten Flüchtlinge aus der Erdbebenregion Nepals in Griechenland gestrandet sein. Weitere Herkunftsländer sind Äthiopien, Somalia und Eritrea.
Seit Ende Januar 2015 wurden die Ausgaben für den griechischen Grenzschutz krisenbedingt durch die neu gewählte Linksregierung von Premier Tsipras nochmals drastisch gekürzt. Gleichzeitig wurde die bis dato praktizierte „push-back“-Strategie aufgegeben und damit die umstrittene europäische Politik der „effektiven“ Sicherung der Außengrenzen aufgegeben. Faktisch findet somit derzeit kein Grenzschutz an der griechisch-türkischen Meergrenze statt.
Die Aufgaben der Grenzschutz- und Hafenpolizeibehörden auf Lesbos beschränken sich derzeit auf die Bereiche Registrierung und Koordination der Flüchtlingsströme, d.h. Transfer der Menschen in die Hauptstadt Mytilini zur Überfahrt mit Fähren auf das Festland nach Athen. Allein für die Hunderte von täglich anstrandenden Flüchtlinge in der Region um Molyvos im Norden der Insel sind gerade einmal vier Beamtinnen und Beamte der Hafenpolizei (gleichzeitig Küstenwache) zuständig.
Hinzu kommen nach wie vor nächtliche Seenotrettungseinsätze. Denn immer noch kommen die mit meist 30 bis 40 Personen voll- bis überbesetzten Schlauchboote mit dem „Marschbefehl“ an die griechische Küste, sich bei Ankunft in Seenot zu bringen, damit die Küstenwache das Boot nicht wieder zurück in türkische Gewässer drängt. Weder die Flüchtlinge, noch die Schlepper scheinen zu wissen, dass die „push-back“-Politik nicht mehr praktiziert wird. Nicht selten kommt es zu dramatischen Rettungsaktionen durch die griechische Küstenwache, die erst Mitte Mai 2015 einige Flüchtlinge, darunter einen zweijährigen Jungen aus Syrien wiederbeleben konnten.
Am Morgen säumen Schwimmwesten und zerstochene Schlauchboote die Strände um Molyvos und geben Zeugnis nächtlicher Tragödien ab.
Stranden die Flüchtlinge an den nördlichen Stränden beispielsweise von Efthalou oder Skala Sykamenia schleppen sie sich in die umliegenden Dörfer nach Molyvos oder nach Sykamenia und suchen nach Hilfe in Form von Essen und Wasser und trocknen ihr durchnässtes Hab und Gut an den Hafenmauern von Molyvos. Nicht selten sind die Menschen erschöpft, dehydriert, ausgehungert und haben oft ihre letzten Ersparnisse für die Überfahrt nach Lesbos an die Schleuser bezahlt. Die Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung, aber auch von Urlaubern ist angesichts der sichtbaren Not der Menschen groß, vor allem wenn ganze Familien zum Teil mit Säuglingen oder Greisen unter den Flüchtenden sind.
Schnell organisierte sich in Molyvos eine private Initiative zur Erstversorgung der Flüchtlinge mit Wasser, Broten, Zwieback, Keksen, aber auch Decken, Kleidung und Windeln. Die ehrenamtlichen Helfer, unter Ihnen Reinhild Redtke-Girgenrath aus NRW, die auf Lesbos lebt, Erasmia Grigorelli, die Hafenpolizistin und die Eheleute Louisa und Gavriil Sgouridis, um nur einige zu nennen, kümmern sich um die Erstversorgung für die Flüchtlinge, aber auch um die Schaffung von Schattenplätzen zur Erholung. So wurde Brachland in Hafennähe angemietet, mit Planen versehen, die Schatten spenden und Zelte zur vorübergehenden Unterbringung der Flüchtlinge aufgebaut. Hinzu kommen Hygienemaßnahmen für Helfer, Flüchtlinge, aber auch für die Beamten der Küstenwache. Koordiniert werden die Hilfsmaßnahmen telefonisch aber auch über facebook (#Help for refugees in Molyvos#).
Während meines Aufenthalts in und um Molyvos, im Norden von Lesbos, konnte ich die Flüchtlingsinitiative, die sich erst vor kurzem gegründet hatte, genau kennenlernen. Bezeichnend ist, dass die Federführung in der Hand von überaus engagierten Frauen liegt, allen voran, Reinhild Redtke-Girgenrath, von allen „Rena“ genannt, die die Finanzen verwaltet. Daneben die Beamtin Erasmia Grigorelli.
Die Initiatoren kümmern sich um die Erstversorgung der Flüchtlinge und versuchen, die Menschen in der Region zentral „unterzubringen“, wobei Unterbringung mangels Ressourcen auf die bereits erwähnten Schattenplätze beschränkt ist. Derzeit wird versucht, über die Inselverwaltung die Nutzung eines stillgelegten Campingplatzes zu erreichen.
Die Arbeit der Flüchtlingsinitiative war trotz der recht beschränkten Mittel dank privater Spenden, zum Teil auch aus Deutschland, äußerst effektiv. Davon konnte ich mir persönlich ein Bild machen. Mittlerweile konnten mit Spenden zwei mobile Toilettenkabinen angeschafft werden.
Auch die übrigen Teilnehmer der Tagung auf Lesbos, ca. 60 Fachanwälte für Familienrecht aus Deutschland, waren von der Arbeit der Initiative vor Ort so beeindruckt, dass im Rahmen einer spontan initiierten Spendenaktion insgesamt 3.130,00 EUR gesammelt und den Initiatoren im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens mit allen Teilnehmern übergeben wurden.
Es wurde weitere Spendenbereitschaft signalisiert, die jetzt „professionell“ organisiert werden soll und zwar über den gemeinnützigen Verein „Deutsch-Griechische Gesellschaft Tübingen-Reutlingen e.V.“, dessen Vorsitzender ich bin.
Ich hatte die Idee, eine breit angelegte Spendenaktion zu initiieren unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe Lesbos“ mit dem Ziel, die aktuell entstehenden Initiativen zur Flüchtlingshilfe auf der Insel Lesbos zu unterstützen und zu koordinieren. Der griechische Staat ist aus den bekannten Gründen nicht in der Lage, die Basis-Versorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Diese humanitäre Verpflichtung wird derzeit im Wesentlichen von privaten übernommen. Ziel ist, die Hilfsgruppen auf der Insel zu koordinieren und vernetzen.
Die Deutsch-Griechische Gesellschaft Tübingen-Reutlingen e.V. erstellt den Spendern auf Wunsch eine Spendenbescheinigung.
Spenden für die Flüchtlingshilfe auf Lesbos können an die Deutsch-Griechische Gesellschaft Tübingen-Reutlingen e.V. getätigt werden unter folgender Bankverbindung:
Konto-Nr. 1626627
BLZ 64150020 (Kreissparkasse Tübingen)
IBAN DE33 6415 0020 0001 6266 27
Stichwort: „Flüchtlingshilfe Lesbos“
Des Weiteren ist beabsichtigt, in regelmäßigen Abständen über die Homepage des Deutsch-Griechischen Gesellschaft Tübingen-Reutlingen e.V. über die Arbeit der Flüchtlingsinitiative vor Ort zu informieren. Weitere Informationen können über facebook (#helf for refugees in Molyvos#) abgerufen werden.
 
Flüchtlingshilfe vor Ort durch freiwillige Helfer aus Deutschland
Neben der Notwendigkeit von Geld- und Sachspenden wurde bei meinen Gesprächen vor Ort schnell klar, dass händeringend „Arbeitskräfte“ gesucht werden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Flüchtlingsinitiative sind selbst darauf angewiesen, in der Hochsaison von Mai bis September die Erträge und Einkünfte für das gesamte Jahr zu erwirtschaften. Vor allem junge Menschen, die sich im Bereich der humanitären Flüchtlingshilfe engagieren möchten, werden benötigt, um die Versorgung und Organisation vor Ort, vor allem in den frühen Morgenstunden zu bewerkstelligen.
Ich habe nunmehr ein Projekt initiiert, das junge Menschen (im Alter zwischen 18 und ca. 23 Jahren) sucht, die bereit sind, jeweils zu viert vor Ort ihre Arbeitskraft zur Unterstützung der Flüchtlingsinitiative zur Verfügung zu stellen.
Die Kosten für Flüge, Kost und Logis werden über Spendengelder von der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Tübingen-Reutlingen e.V. finanziert. Unterkunft und Verpflegung sind bereits organisiert und sichergestellt.
Diese Form der Vor-Ort-Hilfe könnte beispielhaft sein und Ansporn für weitere Jugendliche, sich ebenfalls bereit zu erklären, sich für 1 Monat vor Ort humanitär zu engagieren. Sollte dieser „Versuchsballon“ erfolgreich starten, kann dies zu einem Vorzeigeprojekt werden, das sicherlich im Rahmen des sich noch im Aufbau befindlichen Deutsch-Griechischen Jugendwerks seine institutionelle Verankerung finden kann.
Wie läuft der „Arbeitseinsatz“ konkret ab?
Pro Einsatz werden vier junge Menschen (im Alter zwischen 18 und ca. 23 Jahren) für die Dauer von möglichst 4 Wochen nach Lesbos in den Hafenort Molyvos (im Norden der Insel) geschickt.
Frühester Beginn für die erste Gruppe: Anfang / Mitte August 2015
Unterbringung vor Ort in einer 2-Zimmer Ferienwohnung.
Verpflegung in Form von 3 Mahlzeiten am Tag wird von den örtlichen Hafenkneipen gestellt.
Transfer vom Flughafen Mytilini nach Molyvos wird privat organisiert (Abholung durch Mitglieder der Flüchtlingsinitiative vor Ort).
Was benötigen die Interessenten?
Ein gesundes Maß an sozialem Engagement, keine Berührungsängste mit Menschen aus anderen Kulturkreisen und anderer Religion, Improvisation und Offenheit für eine komplett neue Erfahrung.
Die Hauptarbeit wird regelmäßig in den frühen Morgenstunden bis zum späten Vormittag / Mittag zu erledigen sein, da die Flüchtlinge ausschließlich nachts die Überfahrt vom türkischen Festland nach Lesbos wagen.
Kommunikation in Deutsch und Englisch ist sowohl mit den Helfern vor Ort problemlos möglich. Die meisten Flüchtlinge sprechen ebenfalls rudimentär Englisch oder auch Französisch.
Da es sich um einen freiwilligen und ehrenamtlichen „Einsatz“ handelt, muss der Krankenversicherungsschutz für jeden Teilnehmer selbst sichergestellt werden, evtl. sollte man sich da um eine Zusatz-Auslandskrankenversicherung kümmern.
Sollte sich nunmehr jemand persönlich angesprochen fühlen und konkret Interesse haben, vier Wochen seiner Sommerferien oder Semesterferien oder seiner sonstigen Freizeit für einen humanitären Einsatz auf einer der schönsten griechischen Urlaubsinseln zu „opfern“, dann bitte ich um zeitnahe Rückmeldung mit Namen, Geburtsdatum, Kontaktdaten und des konkreten Zeitrahmens und Zeitraums, in dem man zur Verfügung steht.
Für weitere Fragen oder Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung unter Balomatis@neckartor.de
Bitte senden Sie diese e-mail an mögliche Interessierte aus Eurem Bekannten- und Verwandtenkreis weiter.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr / Euer
Argiris Balomatis
Office:
Anwälte am Neckartor
Neckargasse 22, 72070 Tübingen
Tel.: 0 70 71 / 565 190; Fax: 0 70 71 / 565 19 19
Balomatis@neckartor.de
www.neckartor.de”

Auch wenn die derzeitige Krise vielen von uns sehr zu schaffen macht, wir wissen, wie wichtig Solidarität ins besondere in Notzeiten ist. Folgen wir deshalb dem Beispiel engagierter Inselbewohner! Helfen wir!

Haus Koroneos

Die Geschichte (aus dem Archiv des DKIZ):

„Deutschsprachige Frauen – Heiratsmigrantinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, die nach dem 2. Weltkrieg in zunehmender Zahl ihrem griechischen Ehemann nach Griechenland folgten, haben bereits vor vielen Jahren begonnen, sich Gedanken über ihr Leben im Alter zu machen. Verschiedene Initiativen wurden ins Leben gerufen; seit 1978 wurden beim alljährlichen Weihnachtsbasar der deutschsprachigen Kirchengemeinden in Athen auch für ein Altersheim systematisch Gelder erwirtschaftet und auf ein Sonderkonto gelegt. Für das zu gründende Altersheim haben Frauen der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache Athen Vermächtnisse, Legate, hinterlassen. Mehrmals war das Ziel greifbar nahe, wurde aber vereitelt weil sich Eigeninteressen durchsetzten und viel Kapital – materielles und immaterielles (Geld, Engagement, deutsch-griechische Netzwerke) – auf der Strecke blieb. Dass das Projekt doch zustande kam, verdanken wir der großzügigen Schenkung einer wertvollen Immobilie durch die Brüder Prof. Dr. Nikolaus–Joannis Koroneos und Prof. Dr. Aimilios Koroneos. Diese Immobilie, ein mehrgeschossiges Haus, liegt im Zentrum von Athen im Bereich Ambelokipi am Schnittpunkt der Straßen Panaji Kyriakou 7 und Anastassiou Tsocha. Die Metro-Station “Ambelokipi” ist rund 400 m entfernt, Bus- und Trolley-Stationen sind in unmittelbarer Nähe.  Das Haus Koroneos wurde der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache Athen mit der Auflage geschenkt, darin eine Senioreneinrichtung für in Griechenland lebende deutschsprachige Menschen – unabhängig von Konfession und Religion – zu errichten.  Am 5.Oktober 2006 wurde das ökumenische Altenwohnheim der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Griechenland offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Ziel des Projekts ist es, allen Bewohnern ein freundliches Umfeld und auch im Fall der Pflegebedürftigkeit ein weitgehend selbständiges und würdiges Leben im Alter zu bieten.“

 

Aus einem griechischen Blog (http://xartaetos-7.blogspot.gr/2008/04/blog-post_14.html) von 2008 übersetzt:

„Vor einigen Tagen las ich in der Zeitung ‚Athens Voice‘, die kostenlos an den Metro-Bahnhöfen verteilt wird, einen Artikel von G. Konstantinidis, der schrieb: Vor 30 Jahren heirateten einige junge deutsche Frauen griechische Männer und machten Griechenland zu ihrem Zuhause. Sie dachten aber mit Sorge an ihr Alter, und aus Angst, dass sie vielleicht allein bleiben würden, beschlossen sie, ein Altersheim in Griechenland zu gründen. Sie wussten nicht, wann sie es realisieren könnten, aber sie begannen Geld anzusparen. Jedes Jahr organisierten sie in der Deutschen Schule einen Weihnachtsbasar, und ein Teil der Einnahmen wurde auch für diesen Zweck beiseitegelegt. Die Jahre vergingen, das Guthaben wuchs, es gab auch Menschen, die sich dafür einsetzten und sogar, wie die Gebrüder Koroneos, ein ganzes mehrstöckiges Wohnhaus spendeten, um den Plan zu verwirklichen. Architekten und Bauingenieure stellten sich ohne Honorar zur Verfügung und halfen beim Umbau des Hauses. So entstand das ‚Haus Koroneos‘, ein neuartiges, gemeinnütziges und nicht gewinnorientiertes Altersheim.

Dieses ganze ‚ideale‘ Umfeld wurde von einer Gemeinschaft geschaffen, die sich über arrogante Verhaltensweisen, persönliche Auseinandersetzungen, bedeutungslose Feindseligkeiten und leere Theorien hinwegsetzte, an eine Idee glaubte und andere Menschen für diesen Zweck gewann. Das haben sie wunderbar gemacht! Die Idee, das Engagement, die Verwirklichung des Traums, ohne Vorbehalte, ohne Angst, ohne Kleinlichkeit! Hiermit bestätigt sich wieder einmal der Satz ‚Geschichte wird von Gemeinschaften geschrieben‘, und ich will noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass Menschlichkeit, Sensibilität und Engagement nicht verschwunden sind! Es gibt sie! Die Menschen müssen sich nur treffen, die Gemeinschaften sich verbinden, und die Ideen müssen zum Leben erweckt werden! Ideen einer anderen Welt, einer helleren, kreativeren, menschlicheren Welt als der, die von Introvertiertheit und Isolation bestimmt wird. Braucht es viel dazu? Das oben genannte Beispiel hat bereits die Antwort darauf gegeben … 

Olga Sinogianni“

 

Und wie sieht es heute aus?

Rechtsträger des Hauses Koroneos ist seit 2010 der Evangelische Diakonieverein. Der Vorstand des Diakonievereins unter seinem Vorsitzenden Rechtsanwalt  Dimos Papanastassiou unterstützt das  Haus Koroneos unermüdlich und engagiert – und dabei ehrenamtlich – in guten und in schlechten Zeiten! Es ist für alle Mitglieder eine Herzensangelegenheit, und sie sorgen mit ihrem persönlichen Einsatz dafür dass der Betrieb des Hauses gegen alle Widrigkeiten reibungslos aufrechterhalten wird. Insbesondere Volker Klar kümmert sich fast täglich um die Erledigung bürokratischer Angelegenheiten.

Von 2007 an wurde das Haus von Manuela Gollwitzer geführt. Sie gestaltete den gesamten Betrieb, und es gelang ihr, das Haus Koroneos zu einem der angesehensten und bestgeführten Altersheime in Athen zu machen. Nach ihrem Weggang Anfang 2014 übernahm eine Doppelspitze die Führung: Schwester Hildegard Ioannidis als Pflegedienstleiterin und Tanja Nettersheim als Verwaltungsleiterin. Für Beweglichkeit von Körper, Geist und Seele sowie liebevolle Dekorationen bei allen Veranstaltungen sorgt Masseurin und Krankengymnastin Christa Jüngling in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin Laura Levanti. Das Pflegepersonal besteht aus gut geschulten, meist mehrsprachigen Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Nationen. Seit einigen Jahren kooperiert das Haus Koroneos erfolgreich mit den Pflegeschulen in Oldenburg und Berlin-Spandau. Pflegeschülerinnen und Schüler absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung im Haus Koroneos. Diese mutigen und unternehmungslustigen jungen Leute sind bei Personal und Bewohnern gern gesehene und hilfreiche Gäste. Sie setzen sich über Sprachbarrieren und Mentalitätsunterschiede hinweg und tragen viel zum gegenseitigen Verständnis zwischen beiden Ländern bei, indem sie ihre positiven Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause nehmen.  In der jetzigen  Zeit  schwieriger deutsch-griechischer Beziehungen wird so wichtige Basisarbeit geleistet.

Heimarzt ist der Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. Christian Schlüter, der auch Vertrauensarzt der Deutschen Botschaft ist.

Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, darunter viele Mitglieder des DKIZ, leisten seit Jahren auf vielen Gebieten einen unschätzbaren Beitrag, indem sie die Bewohner regelmäßig besuchen, mit ihnen sprechen, spielen, malen, singen, spazieren gehen – oder manchmal einfach nur da sind und ihnen die Hand halten.

Die gesamte Atmosphäre des Hauses zeichnet sich durch eine einzigartige Verbindung von Professionalität und warmherziger Menschlichkeit aus.

Im Haus Koroneos leben Senioren und Seniorinnen aus Griechenland, Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Es ist derzeit zu 100 % belegt.

Ein besonderes Angebot ist die Kurzzeitpflege, also die Unterbringung für einen begrenzten Zeitraum, z.B. für Alleinstehende nach Operationen oder wenn Pflegende vorübergehend eine Pause von der häuslichen Pflege ihrer Angehörigen benötigen.

Wir wünschen dem Haus Koroneos, seinen Mitarbeitern und seinen Bewohnern das Allerbeste! Mögen der hohe Standard und der Geist des Hauses erhalten bleiben und vielen Senioren und pflegebedürftigen Menschen einen würdigen Lebensabend ermöglichen!

Weitere Informationen:

Altenheim Haus Koroneos

P.Kyriakou 7 & Tsocha, GR-115 21 Athen

Verwaltung: Tel.+30-210-6444869, Fax +30-210-6444837

E-Mail: info@hauskoroneos.gr

www.hauskoroneos.gr

Von Sigrid Willer

Vortrag zur Patientenverfügung im Haus Koroneos

Unser Vortrag „Patientenverfügung in Griechenland“ fand sehr großes Interesse.
Der Veranstaltungsraum des Hauses Koroneos war so gefüllt, dass in letzter Minute Zusatzstühle aufgestellt werden mussten, damit alle Gäste einen Sitzplatz fanden.
Das Motto des Abends hätte auch der alte keltische Spruch
„Mögest Du leben, solange Du willst und es wollen, solange Du lebst“
sein können.
Der Facharzt für Innere Medizin Dr. Christian Schlüter, der auch Heim-Arzt des Hauses Koroneos ist, und die Rechtsanwältin Nicola Alexandra Emmanouil  erläuterten aus ärztlicher und aus juristischer Sicht allgemeinverständlich das Thema. Unterschiede zu Deutschland wurden deutlich gemacht sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Realität und praxisnahe Möglichkeiten aufgezeigt. Eine rege Diskussion schloss sich an.
Zusammenfassend hier die wichtigsten Punkte:
– In Deutschland ist die Patientenverfügung zwar kein „Muss“ aber sie ist inzwischen fast schon Standard. Wenn eine Patientenverfügung vorhanden ist, ist der Arzt verpflichtet, sich daran zu halten. Der darin festgelegte Patientenwille bindet den Arzt, solange nichts Gesetzeswidriges von ihm verlangt wird (z.B. aktive Sterbehilfe).
– Typische Anweisungen, die in einer deutschen Patientenverfügung enthalten sind: Meist wird für Situationen vorgesorgt, wo sich der Patient im unmittelbaren Sterbeprozess, im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befindet oder eine schwere, irreversible Gehirnschädigung erlitten hat. Die Anweisungen beziehen sich dann auf die Festlegung und den Umfang von lebenserhaltenden Maßnahmen, Schmerz- und Symptombehandlung, künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Dialyse, u.Ä.
Vorlagen findet man im Internet z.B. unter:
www.bmjv.de/DE/Themen/Gesellschaft/Patientenverfuegung/patientenverfuegung_node.html
www.bundesaerztekammer.de/patienten/patientenverfuegung/muster-formulare/
– Im griechischen Recht ist weder die Patientenverfügung noch die Vorsorgevollmacht in Gesundheitsfragen gesetzlich geregelt, auch wenn Teile der Rechtslehre eine Patientenverfügung anerkennen. Für die Vorsorgevollmacht wird die Bezeichnung „ιατρικό πληρεξούσιο“ verwendet, während die Patientenverfügung als „προγενέστερη οδηγία για το τέλος της ζωής“ oder „διαθήκη ζωής“ bezeichnet wird.
– In der Praxis sind solche Verfügungen aber weitgehend unbekannt, spielen also weder in der Rechtspraxis noch bei den Ärzten eine Rolle.
– Es kann hilfreich sein, eine Patientenverfügung nach deutscher Vorlage privat aufzusetzen und/oder im Rahmen einer griechischen notariellen Generalvollmacht eine Person in Gesundheitsfragen zu bevollmächtigen, da auch nach griechischem Arztrecht das Selbstbestimmungsrecht des Patienten verstärkt wurde. So können solche Verfügungen im Rahmen der Entscheidungshilfe für den Arzt eine Rolle spielen, wenn ein entsprechendes Vertrauensverhältnis besteht.
– Zu beachten ist aber, dass nach griechischem Recht, außer im Fall, dass ein gerichtlich bestellter Betreuer existiert, die Angehörigen für die Einwilligung bzw. Nichteinwilligung in eine ärztliche Maßnahmen als entscheidungsbefugt angesehen werden. Dies und der sehr enge rechtliche Rahmen, in dem sich der Arzt hier bewegt, führt dazu, dass ein vorher schriftlich festgelegter Patientenwille im Zweifelsfall weder für die Angehörigen noch für den Arzt Bindungswirkung entfaltet.
-Will man so weit wie möglich sicherstellen, dass die eigenen Wünsche beachtet werden, für den Fall, dass man nicht mehr in der Lage ist, sie zu äußern, bleiben nach derzeitiger Rechtslage letztendlich nur frühzeitige, klärende Gespräche mit den Angehörigen und möglichst auch dem Arzt, zu dem man ein Vertrauensverhältnis hat.

Vortrag zur Patientenverfügung in Griechenland

Der Vorstand des
Deutschen Kontakt- und Informationszentrums
lädt zu einem Vortrag mit dem Thema
Patientenverfügung in Griechenland
ein.

Donnerstag, 28. Mai 2015 um 18:00 Uhr im
Veranstaltungsraum des Haus Koroneos
P. Kyriakou 7 & Tsocha, 11521 Ambelokipoi
Metrostation Ambelokipoi

Referenten:
Dr. med. Christian Schlüter, Facharzt für Innere Medizin
Rechtsanwältin Nicola Alexandra Emmanouil