Körperspende zu Forschungszwecken

Nicht wenige von uns haben den Wunsch, unseren Körper nach unserem Tod nicht in traditioneller Form beerdigen zu lassen, sondern ihn der Wissenschaft zu spenden. Wenn man dies in Griechenland tun will, gilt Folgendes, wie unser Mitglied Sigrid Willer recherchiert hat:

Eine einfache Äußerung dieses Wunsches an nahe Angehörige, Freunde, Ärzte oder Pflegepersonal reicht dazu nicht aus – auch eine entsprechende Bestimmung in einer letztwilligen Verfügung – Testament- genügt den Anforderungen des griechischen Gesetzes nach derzeitiger Lage nicht. Man muss sich konkret entscheiden, an wen genau man seinen Körper spenden will, z.B. der medizinischen Fakultät der Universität Thessaloniki oder Athen, und dann an diese Institution eine konkrete offizielle Erklärung in Form einer „υπεύθυνη δήλωση“ (ypeftini dilosi) richten – bei der die Unterschrift des Unterzeichnenden von einer Polizeidienststelle oder dem ΚΕΠ (Bürgerzentrum) beglaubigt wird. Auch muss diese Erklärung von zwei nahen Angehörigen oder nahestehenden Personen mitunterschrieben sein.

Der Antrag von der Universitätsklinik Athen sowie die Übersetzung dazu, die unser Mitglied zu privaten Informationszwecken zur Verfügung stellt, wird nach E-Mail-Anfrage gerne von uns weitergeleitet.

Es wird angemerkt, dass von der Universitätsklinik Athen nach unseren Informationen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Spenden angenommen werden, da dort eine Umstrukturierung stattfindet, aber sobald die neue Einbalsamierungseinrichtung in voraussichtlich sechs Monaten fertiggestellt ist, sind Körperspenden wieder möglich.

Kontaktdaten der Anatomie der medizinischen Fakultät der Universität Athen: Tel. 210-7462305, E-mail: greekanatomy@yahoo.gr und der Universität Thessaloniki: 2310-999681, 999305, anatomy@med.auth.grwww.anatomy.gr

Gedenkfeier für Christel Schneider-Andrikopoulos

Christel Schneider-Andrikopoulos ist am 18. Juli 2017 plötzlich und unerwartet in Deutschland verstorben. Ihre Urne wurde am 28.Juli 2017 in Deutschland beigesetzt.

In einer Gedenkfeier am 04.10.2017 um 11.00 Uhr

im Veranstaltungssaal des Hauses Koroneos wollen wir uns von ihr verabschieden.

Christel Schneider-Andrikopoulos hat sich in den mehr als 40 Jahren ihres Lebens in Griechenland aktiv und ehrenamtlich in vielfältiger Weise in die deutschsprachige Gemeinde eingebracht.

Lange Jahre war sie Mitglied und Vorstandsvorsitzende des Gemeindekirchenrats der Evangelischen Kirche deutscher Sprache Athen. In diesen Jahren übernahm sie für die Gemeinde die Seniorenbetreuung im weitesten Sinn bis hin zu Kranken- und Sterbebegleitung. Mit kaufmännischem Verstand kümmerte sie sich um die Gemeindefinanzen und, im Basar-Komitee des alljährlichen Weihnachtsbazars, um die Organisation und Finanzen des Basars.  Dank ihres Einsatzes konnte 1993 auf Rhodos die Immobilie für das jetzige “Ökumenische Zentrum Rhodos” erworben werden. Sie wachte außerdem über die angesparten Gelder für das Projekt “Deutsch-Griechisches Altenheim”. Die entscheidenden Verhandlungen zur Vorbereitung der Immobilienschenkung für das Projekt “Altenheim”, das jetzige “Haus Koroneos”, wurden von ihr geführt. Als Gründungsmitglied und aktives Mitglied des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums Athen kümmerte sie sich von Anfang an mit um die Sicherung der finanziellen Grundlage unserer Selbsthilfeorganisation.

Unsere Gedenkfeier soll auch ein Zeichen des Dankes sein.

DEUTSCHES KONTAKT- und INFORMATIONSZENTRUM

Der Vorstand

Vassilopitta 2017

Wir hoffen auf ein erfolgreiches und friedliches Jahr 2017 und laden Sie herzlich zu einem verspäteten Vassilopita-Schneiden 2017 des DKIZ am

Donnerstag, 23. März 2017, ab 16:30 Uhr

Mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen oder was das Herz sonst begehrt, wie gewohnt im Foyer des Goethe-Instituts Athen, Omirou 14-16. (Metrostation Panepistimiou)

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

Der Vorstand

Siegi Diakakis, Brigitte Scharnke, Nicola, Emmanouil,
Tanja Nettersheim, Monika Simou

Luftnot bei Herzschwäche – Was Sie darüber wissen sollten

Dieses Thema erwartet die Mitglieder und Freunde des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums

am Montag, den 10. Oktober 2016 um 18.00 Uhr
im Veranstaltungsraum des Haus Koroneos

Ein Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Carolin Sonne,
ehemalige Leiterin des Echokardiographielabors und der Herzinsuffizienzambulanz, sowie Oberärztin des Herzkatheterlabors am
Deutschen Herzzentrum der Technischen Universität München

Begleitet von Bildern und Graphiken wird Ihnen Priv.-Doz. Dr. med. Sonne in ihrem Vortrag die Herzschwäche, eine der häufigsten Erkrankung des Herzens, näher erläutern. Insbesondere wird Frau Sonne auf Ursachen, typische Symptome, wie Luftnot, Schwindel und Schwellungen der Beine, sowie die nötigen Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten eingehen.
Anschließend an den Vortrag wird Ihnen Frau Sonne für eine gemeinsame Diskussion, sowie Fragen und Antworten zur Verfügung stehen.

Digitaler Nachlass

Nutzerkonten bei Facebook, Twitter, LinkedIn, Instagram, E-Bay, Amazon, Tinder, dem Online-Supermarkt, mehrere E-Mail Konten, der persönliche Blog oder die eigene Webseite als Selbstständiger – was passiert damit eigentlich im Todesfall?
Die gute Nachricht: Dafür gibt es inzwischen einen Oberbegriff: “Digitaler Nachlass.”
Aber da hört die gute Nachricht auch schon auf, denn eine einheitliche Regelung gibt es dafür bisher nicht.
Zum digitalen Nachlass gehören die Gesamtheit der Rechtsverhältnisse eines Verstorbenen, die informationstechnischen Systeme einschließlich seines gesamten digitalen Datenbestands. Dazu zählen neben Verträgen mit Telekommunikationsdienstleistern auch Webseiten, E-Mail- und Social-Media-Accounts, PayPal-Guthaben, Cloud-Daten, auf analogen Medien gespeicherte Daten, virtuelle Adressbücher und vieles mehr.
Was Daten auf einem Rechner betrifft, so ist der Rechner Gegenstand des Nachlasses, über dessen Inhalt die Erben frei verfügen können. Bei allen Cloud-Daten ist das schon schwieriger. Denn hier handelt es sich oftmals nicht nur um Urheberrechte, die auf die Erben übertragbar sind, wie z.B die Inhalte von persönlichen Blogs oder Webseiten, sondern auch um Nutzungsrechte, die mit dem Tod enden. So sind die z.B. Nutzungslizenzen von E-Books von Amazon nicht einfach auf die Erben übertragbar – sie enden mit dem Tod des Nutzers. Jeder Anbieter hat seine eigenen Datenschutz- und Nutzungsbedingungen und die Globalisierung, die es erlaubt, Leistungen von Unternehmen auf der ganzen Welt in Anspruch zu nehmen, hat gleichzeitig den Nachteil, dass sich die Bestimmung -und vor allem die Durchsetzbarkeit des konkret anwendbaren Rechts als nicht so leicht gestaltet.
Wer nach seinem Tod nicht auf Ewig durchs Netz geistern, es seinen Erben ein bisschen leichter machen oder einfach nur Klarheit über seine Online-Präsenz im Todesfall haben möchte, sollte sich mit der Thematik rechtzeitig eingehender auseinandersetzen.
Google etwa bietet einen Kontoinaktivitätsmanager an. Der Nutzer kann zu Lebzeiten festlegen, wer nach seinem Tod über die Inaktivität des Kontos benachrichtigt und Zugriff auf sein Profil haben soll. Er kann auch bestimmen, dass das Profil dann komplett gelöscht wird. Der E-Mail-Anbieter Yahoo löscht nach der Vorlage einer Sterbeurkunde das gesamte Konto inklusive aller E-Mails und Bilder. Web.de hingegen erlaubt Angehörigen einen Blick in das Postfach, allerdings unter strengen Auflagen. So muss der Hinterbliebene den Zugriff mit einem unterschriebenen Schriftstück beantragen und einen Erbschein vorlegen.
Laufende Verträge mit Onlinediensten wie E-Mail-Providern, Online-Partnerbörsen oder Cloud-Diensten können in der Regel unproblematisch gekündigt werden, wenn der Angehörige oder Erbe eine Kopie der Sterbeurkunde und ggf. des Erbscheins vorlegt. Die Vertragsverhältnisse enden dann mit dem Tod des Nutzers.
In der Regel verweigern die Betreiber von Onlinediensten aber grundsätzlich die Herausgabe von Daten an die Angehörigen oder Erben ihrer verstorbenen Nutzer mit dem Hinweis auf dessen Persönlichkeitsrecht.
Auch bei E-Mail-Konten ist es daher sinnvoll, seinen Erben die Zugangsdaten zu hinterlassen. Denn es ist keineswegs sicher, dass die Telekommunikationsanbieter den Angehörigen Einsicht in das Postfach gewähren. Die Entscheidung liegt nämlich alleine bei dem Anbieter, einen generellen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Was soziale Netzwerke betrifft – einige Firmen löschen oder deaktivieren nach Prüfung der Daten (meist werden Sterbeurkunde und Erbschein verlangt) das Konto. Bei Facebook etwa kann man für die Seite des Verstorbenen den Gedenkstatus wählen, so dass sie erhalten bleibt. Das Bearbeiten der Seiten des Verstorbenen auf sozialen Netzwerken ist allerdings in der Regel ohne Passwort nicht mehr möglich. Nutzer in den USA können inzwischen einen Nachlassverwalter für ihr Facebook-Profil ernennen. Stirbt eine Person, kann der Nachlassverwalter den Tod auf der Facebook-Seite bekannt geben, aber auch neue Freundschaftsanfragen beantworten, Bilder posten und das Profilbild ändern. Der Erbschafts-Kontakt kann mit vorheriger Erlaubnis auch frühere Bilder und Einträge herunterladen. Die privaten Nachrichten können dabei nicht eingesehen werden, wie Facebook betont. Auch die Privatsphäre-Einstellungen lassen sich nicht ändern.
Also – Nutzungsbedingungen nicht nur mit einem Klick akzeptieren, sondern durchlesen.
Am einfachsten ist es, wenn man wirklich (in Form eines handschriftlichen Testamentes oder zumindest einer handschriftlich unterschriebenen Anweisung an die Erben), genau bestimmt, was mit den einzelnen Konten passieren soll, und die notwendigen Passwörter dazu hinterlegt, denn sonst bleibt den Erben oft, außer der Option, das meiste für alle sichtbar im Netz liegen zu lassen, nur die Möglichkeit, sich an ein digitales Nachlass-Unternehmen zu wenden, das die Spuren der Online-Präsenz des Verstorbenen zusammensucht. Und spätestens in Bezug auf den Punkt sollte man sich die Frage stellen, wer die eigenen Daten sehen soll, welche davon man an seine Erben weitergeben möchte und was für Dinge von einem selbst für immer verschwinden sollen.
Bei Cloud-Daten gilt auch nach dem Tod natürlich dasselbe, wie für den lebenden Internet-Nutzer: Man hat keine hundertprozentige Kontrolle darüber – die Spuren, die man da draußen hinterlässt, bleiben theoretisch für immer. Die Frage ist nur, wie sehr sich jemand dafür interessiert, sie ans Licht kommen zu lassen. Und vor allem – in welcher Weise.

Von Rechtsanwältin Nicola-Alexandra Emmanouil

Ein modernes Märchen

Von unserem Vorstandsmitglied Brigitte Scharnke:

Es war einmal eine einfache kretische Bäuerin namens Popi mit ihrem Mann Babis, die 1971 beschloss, von ihrem bescheidenen Häuschen in Frangokastello im Süden des Bezirks Chania auf Kreta vier Zimmerchen mit rohem Zementfußboden und eisernen Feldbetten an damals noch sehr spärliche und nur griechische Touristen zu vermieten.

Kyria Popi hatte vier Kinder, da machte es nichts aus, ein paar Mäuler mehr mit ihren landfrischen Eiern, den Gemüsen aus dem Garten, der Milch von der einzigen Ziege und den vor dem Haus herum schwimmenden Fischen, die die Söhne aus dem Meer holten, zu füttern. Im hauseigenen Laden konnte man sich mit allem versorgen, was man im Leben zu brauchen glaubt, von der Ersatzzahnbürste übers Mückenspray bis zu Konserven oder Taschenlampenbatterien.

Die Kinder wuchsen heran, die Zimmerchen wurden mehr und komfortabler. Tochter Maria bekam ihr eigenes Hotel 200 m weiter am Strand hingestellt, die Söhne zogen erst einmal in die Welt, vor allem nach Deutschland, von wo sie sich bestimmte Reiseandenken mitbrachten bzw. welche auf Kreta festhielten.

Und danach gab es also drei deutsch-griechische Familien, die die ehemaligen „Zimmerchen“ um zwei Häuser mit Ferienwohnungen und später eins mit „Studios“ erweiterten, einen wohlsortierten Minimarkt führen und vor allem in einer Taverne die leckersten kretischen und griechischen Gerichte anbieten, die man auf der herrlichen, von einem einzigen riesigen Weinstock bedecken Terrasse mit Blick auf den wenige Meter entfernten Strand genießen kann. (Man geht im Badeanzug vom Zimmer ins Meer!)

Jeder Familie entsprangen zwei Kinder, die natürlich zweisprachig aufwuchsen, und so wurde das Ganze durch Initiative und Engagement eine deutsche Enklave, die auch noch mit dem schönen Zusatz punkten konnte: “Kinder und Hunde willkommen!“

Heute buddelt zum Teil schon die dritte Generation von früheren Gästen im Sand, denn wer einmal dort war, kommt immer wieder, und wenn alles gut geht, dann werden noch viele weitere Generationen dort buddeln….

P.S.
Um jetzt aus dem Märchen herauszukommen, empfehle ich die website von http://www.babis-popi.com/, wo man alle weiteren Infos finden kann.

Neuauflage des Romanklassikers „Die Mörderin“ von Alexandros Papadiamantis

AlexandrosPapadiamantis (1)

Lange vergriffen, wurde dieser wichtige griechische Roman nun kürzlich (Oktober 2015) überarbeitet und neu aufgelegt vom Berliner Elfenbein-Verlag. Übersetzerin ist unser Mitglied Andrea Schellinger.
Papadiamantis’ bekannteste Erzählung erschien erstmals 1903 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Panathínäa“. Auf der ägäischen Insel Skiathos wird eine vom Alter gezeichnete Hebamme zur Mörderin an mehreren Mädchen, um diesen ein zukünftiges Leben in Abhängigkeit und Sklaverei zu ersparen. Papadiamantis’ sozialkritischer Blick auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft seiner Zeit sowie die herausragend sprachlich-stilistische Form des Textes machen „Die Mörderin“ (‛H Φόνισσα) zu einem der wichtigsten Werke der neugriechischen Erzählliteratur.
„Ein hohes Lied auf sein heimatliches Skiathos. Ein meisterliches Werk in einer mit viel Herzenswärme geschaffenen Übersetzung“ (der Kritiker Horst Möller).
www.elfenbein-verlag.de