Nachruf

Am 21. Oktober 2018, an ihrem Namenstag, ist Ursula Kanakaris im Alter von fast 93 Jahren verstorben.

Frau Kanakaris war langjährige Sekretärin des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums. Mehr als 30 Jahre war sie uns eine treue und zuverlässige Mitarbeiterin. Sie trug in dieser Zeit entscheidend dazu bei, dass unser Zentrum sich aus kleinsten Anfängen zu einer bekannten und geachteten Institution nicht nur in Griechenland sondern auch in den deutschsprachigen Ländern entwickelte.

Unser halbjährliches INFO, das zuletzt eine Auflage von 5.000 Exemplaren hatte, wurde von ihr aktiv mitgestaltet, sowohl beim Redigieren, als auch bei der Auslieferung.

Als typische Preußin ließ sie sich durch äußere Schwierigkeiten, Streiks, fehlende Verkehrsmittel, vereiste Straßen, wolkenbruchartigen Regen, nicht beirren. Sie kam stets pünktlich zum Dienst, notfalls zu Fuß.

Ihre absolute Verschwiegenheit machte sie zur vielgeachteten Vertrauensperson.

Sie wurde im engsten Familienkreis beigesetzt. Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.

Uns bleibt die ehrende Erinnerung.

Ausschlagung der Erbschaft durch Minderjährige im griechischen Recht

Die Finanzkrise der letzten Jahre hat die Anzahl der Erbschaftsausschlagungen in Griechenland auf ein Rekordhoch getrieben. Die Immobiliensteuer ΕΝΦΙΑ macht das Erben in vielen Fällen unattraktiv und die steigende Überschuldung von Privatpersonen lässt den Hinterbliebenen im Todesfall oft keine andere Wahl, als die Erbschaft auszuschlagen, um nicht selbst von einer immensen Schuldenlast erdrückt zu werden, auch wenn teilweise noch Vermögenswerte in der Erbschaft vorhanden sind.

Man muss allerdings schnell entscheiden – die Frist für Ausschlagungen beträgt 4 Monate ab Kenntnis vom Erbfall für in Griechenland lebende Erben – und immerhin ein Jahr Zeit können sich diejenigen lassen, die im Ausland wohnen. Inzwischen sind sich auch die meisten potentiellen Erben der Tatsache bewusst, dass sie in so einem Fall mit einer Ausschlagungserklärung vor dem Amtsgericht des letzten Wohnsitzes des Erblassers aktiv tätig werden müssen, um negative Folgen zu vermeiden.

Hartnäckig hält sich allerdings ein recht unklares Bild für den Fall, dass minderjährige Erben existieren.Was oft vergessen wird- es reicht nicht aus, dass z.B. die Kinder des Erblassers die Erbschaft ausschlagen – wenn sie selbst Kinder haben, müssen dann auch diese eine Erbschaftsausschlagungserklärung abgeben, wenn sie das Erbe nicht antreten wollen. Wenn diese minderjährig sind – genau wie in allen Fällen eines minderjährigen Erben- können diese die Erbschaft, wegen Fehlens der Geschäftsfähigkeit, die Erbschaft nicht selbst ausschlagen.

Dies müssen die gesetzlichen Vertreter (Eltern, Erziehungsberechtigte) für sie tun. Eine einfache Erklärung reicht hier allerdings nicht, dazu ist eine gerichtliche Genehmigung nötig, wo man in einem Gerichtsverfahren die Überschuldung des Nachlasses beweisen muss. Auch diese Erklärung unterliegt nach dem Wortlaut des Gesetzes der viermonatigen Ausschlagungsfrist, die allerdings durch die Einreichung des Antrages für die Genehmigung durch das Gericht bis zur Ausgabe des entsprechenden Urteils unterbrochen wird.

Zu diesem Punkt kursieren derzeit widersprüchliche Ansichten und Informationen -auch unter Juristen – unter Anderem dass der Minderjährige nach Erreichung seiner Volljährigkeit die Möglichkeit hat, die Erbschaft selbst auszuschlagen. So nimmt z.B. das Amtsgericht Athen im Moment noch Erbschaftausschlagungserklärungen bis zu vier Monaten nach Erreichung der Volljährigkeit an. Und auch die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte erkennt das Recht des Minderjährigen auf Ausschlagung der Erbschaft nach Volljährigkeit an, falls die Erziehungsberechtigten versäumt haben, eine entsprechende gerichtliche Genehmigung einzuholen. Dies wird allerdings von der herrschenden Meinung in der Rechtsprechung der Zivilgerichte abgelehnt, was auch der Grund ist, warum viele Amtsgerichte Ausschlagungen von volljährig gewordenen Minderjährigen nach Verstreichen der Viermonatsfrist nicht mehr annehmen.Der Minderjährige, der auf die Ausschlagung durch seinen gesetzlichen Vertreter angewiesen ist, wird vom Gesetz aber trotzdem geschützt, wenn dieser die Ausschlagung versäumt: Das griechische Zivilgesetzbuch bestimmt, dass die Erbschaft nach Verstreichen der Ausschlagungsfrist für den Minderjährigen zwar als angenommen gilt, aber unter dem Vorbehalt der Errichtung eines Verzeichnisses des Nachlasses (Inventar), was bedeutet, dass er nur mit dem Nachlass für eventuelle Schulden des Erblassers haftet und nicht mit seinem eigenen Vermögen. Voraussetzung ist allerdings, dass er innerhalb eines Jahres nach Erreichung der Volljährigkeit die Errichtung eines Inventars nach dem konkret im Gesetz dafür vorgesehen Verfahren veranlasst. Dieses Verfahren ist nicht unaufwendig – vor allem was die Kosten betrifft (Anwaltskosten für einen Antrag beim zuständigen Amtsgericht, Kosten für zwei Sachverständigengutachten plus Notarkosten für das Inventar). Falls innerhalb der gesetzlichen Frist kein entsprechendes Verfahren eingeleitet wird, gilt die Erbschaft durch den nunmehr volljährigen Erben als vorbehaltslos angenommen und er haftet für alle Schulden des Erblassers auch mit seinem eigenen Vermögen.

Wer also für seine minderjährigen Kinder auf der sicheren Seite bleiben will, sollte im Fall, dass die Erbschaft wegen Überschuldung ausgeschlagen wird und minderjährige Kinder als Erben in Frage kommen, innerhalb der viermonatigen Frist einen Antrag auf Genehmigung der Erbschaftsausschlagung an das zuständige Amtsgericht stellen. Kann man die Überschuldung des Nachlasses nachweisen, wird diese Genehmigung auch erteilt.  Dies ist im Moment der sicherste und kostengünstigste  Weg, um böse Überraschungen in der Zukunft zu vermeiden.

Von Rechtsanwältin Nicola-Alexandra Emmanouil

Deutsch-Griechische Rentenberatung in Athen

Sie sind oder waren in Griechenland oder Deutschland tätig?

Experten der Deutschen Rentenversicherung und des griechischen Versicherungsträgers EFKA (ehemals IKA-ETAM, OGA und OAEE) beraten Sie in Athen.

vom 19.06. bis 20.06.2018 (Dienstag bis Mittwoch)

jeweils von 8 bis 15:00 Uhr

in den Räumen der EFKA (Geraniou 42, 104 31 Athen)

Terminvereinbarung

beim griechischen Versicherungsträger EFKA

Telefon 0030 210 67 83 685 (erreichbar vom 28.05. bis 08.06.2018 jeweils von 09:00 bis 12:00 Uhr)

Neues Scheidungsverfahren im griechischen Recht

Nach der letzten Änderung der Artikel 1438 und 1441 des griechischen Zivilgesetzbuches wird die Ehe im Fall einer einvernehmlichen Scheidung nicht mehr durch Gerichtsurteil aufgelöst, sondern vor dem Notar. Ähnlich wie nach früherer Rechtslage ist dazu eine schriftliche Vereinbarung der Ehepartner über die Auflösung ihrer Ehe nötig. Im Fall, dass minderjährige Kinder vorhanden sind, bedarf es zusätzlich einer schriftlichen Vereinbarung, welche das Sorgerecht, das Umgangsrecht  und die Unterhaltsfrage regelt und mindestens zwei Jahre Geltung hat. Nach dem Ablauf einer zehntägigen Frist nach Unterzeichnung der schriftlichen Vereinbarung wird vom Notar die Scheidung durch notariellen Akt festgestellt. Dieser kann dann direkt beim zuständigen Standesamt eingetragen werden, wobei als Datum der Scheidung das der Eintragung beim Standesamt gilt. Im Fall einer kirchlichen Trauung ist noch der Zwischenschritt der Beantragung der Anordnung der Auflösung der Ehe beim Staatsanwalt an die zuständige kirchliche Behörde nötig.

Diese neue Regelung hat natürlich eine wesentliche Verkürzung des einvernehmlichen Scheidungsverfahrens zur Folge, was je nach Richter gut ein Jahr dauerte, aber es ist auch teurer, da zusätzlich Notarskosten anfallen und jede Partei zwingend von ihrem eigenen Anwalt vertreten werden muss und nicht, wie vorher, einen gemeinsamen Anwalt beauftragt werden kann.

Diese Scheidung vor einem Notar gilt nur für eine einvernehmliche Scheidung, für die streitige Scheidung oder wenn die Parteien sich nicht über Sorgerecht, Umgangsrecht und Unterhalt einigen können, bleibt es bei der alten Rechtslage, d.h. die Streitigkeit wird in einem Gerichtsverfahren geklärt.

Von Rechtsanwältin Nicola-Alexandra Emmanouil

Vassilopita – Schneiden 2018

Liebe Freundinnen und Freunde des DKIZ,

wir hoffen auf ein erfolgreiches und friedliches Jahr 2018 und laden Sie herzlich zu unserem  Vassilopita-Schneiden am

Mittwoch, 31. Januar 2018, ab 17:00 Uhr

Mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen oder was das Herz begehrt, wie gewohnt im Foyer des Goethe-Instituts Athen, Omirou 14 – 16. (Metrostation Panepistimiou)

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

Der Vorstand

Siegi Diakakis, Brigitte Scharnke, Nicola Emmanouil, Tanja Nettersheim und Monika Simou

Körperspende zu Forschungszwecken

Nicht wenige von uns haben den Wunsch, unseren Körper nach unserem Tod nicht in traditioneller Form beerdigen zu lassen, sondern ihn der Wissenschaft zu spenden. Wenn man dies in Griechenland tun will, gilt Folgendes, wie unser Mitglied Sigrid Willer recherchiert hat:

Eine einfache Äußerung dieses Wunsches an nahe Angehörige, Freunde, Ärzte oder Pflegepersonal reicht dazu nicht aus – auch eine entsprechende Bestimmung in einer letztwilligen Verfügung – Testament- genügt den Anforderungen des griechischen Gesetzes nach derzeitiger Lage nicht. Man muss sich konkret entscheiden, an wen genau man seinen Körper spenden will, z.B. der medizinischen Fakultät der Universität Thessaloniki oder Athen, und dann an diese Institution eine konkrete offizielle Erklärung in Form einer „υπεύθυνη δήλωση“ (ypeftini dilosi) richten – bei der die Unterschrift des Unterzeichnenden von einer Polizeidienststelle oder dem ΚΕΠ (Bürgerzentrum) beglaubigt wird. Auch muss diese Erklärung von zwei nahen Angehörigen oder nahestehenden Personen mitunterschrieben sein.

Der Antrag von der Universitätsklinik Athen sowie die Übersetzung dazu, die unser Mitglied zu privaten Informationszwecken zur Verfügung stellt, wird nach E-Mail-Anfrage gerne von uns weitergeleitet.

Es wird angemerkt, dass von der Universitätsklinik Athen nach unseren Informationen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Spenden angenommen werden, da dort eine Umstrukturierung stattfindet, aber sobald die neue Einbalsamierungseinrichtung in voraussichtlich sechs Monaten fertiggestellt ist, sind Körperspenden wieder möglich.

Kontaktdaten der Anatomie der medizinischen Fakultät der Universität Athen: Tel. 210-7462305, E-mail: greekanatomy@yahoo.gr und der Universität Thessaloniki: 2310-999681, 999305, anatomy@med.auth.grwww.anatomy.gr

Gedenkfeier für Christel Schneider-Andrikopoulos

Christel Schneider-Andrikopoulos ist am 18. Juli 2017 plötzlich und unerwartet in Deutschland verstorben. Ihre Urne wurde am 28.Juli 2017 in Deutschland beigesetzt.

In einer Gedenkfeier am 04.10.2017 um 11.00 Uhr

im Veranstaltungssaal des Hauses Koroneos wollen wir uns von ihr verabschieden.

Christel Schneider-Andrikopoulos hat sich in den mehr als 40 Jahren ihres Lebens in Griechenland aktiv und ehrenamtlich in vielfältiger Weise in die deutschsprachige Gemeinde eingebracht.

Lange Jahre war sie Mitglied und Vorstandsvorsitzende des Gemeindekirchenrats der Evangelischen Kirche deutscher Sprache Athen. In diesen Jahren übernahm sie für die Gemeinde die Seniorenbetreuung im weitesten Sinn bis hin zu Kranken- und Sterbebegleitung. Mit kaufmännischem Verstand kümmerte sie sich um die Gemeindefinanzen und, im Basar-Komitee des alljährlichen Weihnachtsbazars, um die Organisation und Finanzen des Basars.  Dank ihres Einsatzes konnte 1993 auf Rhodos die Immobilie für das jetzige “Ökumenische Zentrum Rhodos” erworben werden. Sie wachte außerdem über die angesparten Gelder für das Projekt “Deutsch-Griechisches Altenheim”. Die entscheidenden Verhandlungen zur Vorbereitung der Immobilienschenkung für das Projekt “Altenheim”, das jetzige “Haus Koroneos”, wurden von ihr geführt. Als Gründungsmitglied und aktives Mitglied des Deutschen Kontakt- und Informationszentrums Athen kümmerte sie sich von Anfang an mit um die Sicherung der finanziellen Grundlage unserer Selbsthilfeorganisation.

Unsere Gedenkfeier soll auch ein Zeichen des Dankes sein.

DEUTSCHES KONTAKT- und INFORMATIONSZENTRUM

Der Vorstand

Vassilopitta 2017

Wir hoffen auf ein erfolgreiches und friedliches Jahr 2017 und laden Sie herzlich zu einem verspäteten Vassilopita-Schneiden 2017 des DKIZ am

Donnerstag, 23. März 2017, ab 16:30 Uhr

Mit einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen oder was das Herz sonst begehrt, wie gewohnt im Foyer des Goethe-Instituts Athen, Omirou 14-16. (Metrostation Panepistimiou)

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Kommen!

Der Vorstand

Siegi Diakakis, Brigitte Scharnke, Nicola, Emmanouil,
Tanja Nettersheim, Monika Simou